The Political Thought of John Locke

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John Dunn · 1969 · Sachbuch, Politik


Das Werk
Deutscher Titel: The Political Thought of John Locke
Autor(en): John Dunn
Originaltitel: The Political Thought of John Locke. An Historical Account of the Argument of the 'Two Treatises of Government'
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1969
Schlagwörter: Locke, Vertrauen, Glaube, Eigentum
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: Cambridge University Press


Umfang dieser Ausgabe: 290 Seiten
ISBN: 9780521274098
Verweise


The Political Thought of John Locke ist die 1969 erschienene Studie von John Dunn, mit der die Cambridge School John Locke aus dem Liberalismus des zwanzigsten Jahrhunderts zurück ins siebzehnte holte. Dunn liest die Zwei Abhandlungen über die Regierung als Argument eines gläubigen Protestanten in einer bestimmten Krise, nicht als Gründungsurkunde der Eigentumsgesellschaft. Das Buch ist die Locke-Probe der Methode: Wer den Autor als Vorläufer nimmt, verfehlt, was er tun wollte.

Inhalt

Dunn bestreitet die geläufige Linie, die von Locke zu Jefferson, zur Marktwirtschaft und zur säkularen Menschenrechtserklärung führt, als wäre das der Sinn der Abhandlungen gewesen. Locke schreibt unter dem Druck der Restoration, der Exclusion Crisis, der Frage, ob Widerstand gegen den König rechtfertigbar sei. Das Vertrauen, the trust, das die Regierung trägt, ist theologisch getränkt: Menschen sind Gottes Eigentum, nicht ihr eigenes in einem schrankenlosen Sinn. Arbeit begründet Eigentum, aber in einer Schöpfung, die Grenzen kennt. Wer Locke nur als Apologeten der Aneignung liest, unterschlägt den Glauben, der die Aneignung begrenzt und begründet.

Die Methode ist die der Absicht im Kontext. Dunn fragt, welche Fragen Locke beantworten musste, welche Gegner er vor sich hatte, welche Sätze in seiner Sprache eine Handlung waren. Die zweite Abhandlung ist keine zeitlose Theorie der Zustimmung; sie ist ein Interventionstext. Das schließt nicht aus, dass spätere Jahrhunderte Locke anders gebraucht haben – Dunn bestreitet, dass dieser Gebrauch der historische Sinn sei. Die Trennung von historischem Verstehen und gegenwärtiger Aneignung ist die moralische Pointe der Cambridge School: Respekt vor dem Toten als Bedingung der eigenen Klarheit.

Das Buch ist nüchterner und kürzer als Pococks Moment und Skinners Foundations, näher am einzelnen Autor. Es hat die Locke-Forschung gespalten: Die eine Seite nahm die theologische Lektüre als Befreiung von der liberalen Legende, die andere hielt sie für eine Überzeichnung, die den radikalen Locke der Dissenters und der Eigentumskritik unterschlägt. Dunn hat später selbst politischer, gegenwartsbezogener geschrieben; 1969 bleibt die historische Askese. Wer die Zwei Abhandlungen nur als Vorläufer der Verfassung liest, hat dieses Buch gegen sich.

Einordnung

Dunn hat Locke für die Cambridge School gerettet, indem er ihn der Gegenwart erst einmal wegnahm. Skinner und Pocock arbeiteten am Vokabular ganzer Epochen; Dunn am einen Text, an dem sich die Methode am schmerzhaftesten zeigt, weil Locke der Heiligste der liberalen Herkunftsgeschichte ist. Die deutsche Locke-Lektüre, näher an der Naturrechtsgeschichte, hat das Buch als angelsächsische Historisierung gelesen. Neben den Zwei Abhandlungen steht es als der Kommentar, der das Original wieder zu einem Buch von 1689 macht – und gerade so verhindert, dass die Gegenwart sich in ihm nur selbst erkennt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.