Lotte in Weimar

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Lotte in Weimar
Autor(en): Thomas Mann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1939
Seitenanzahl: 400 Seiten
Originaltitel: Lotte in Weimar
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3596294320
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596294329
Schlagwörter: Goethe, Weimar, Erinnerung, Alter
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Lotte in Weimar ist der Goethe-Roman von Thomas Mann, 1939 bei Bermann-Fischer in Stockholm erschienen, geschrieben im Exil, während die Arbeit an Joseph und seine Brüder ruhte. Die historische Charlotte Kestner, geborene Buff, Vorbild der Lotte in Die Leiden des jungen Werther, besucht 1816 Weimar, vierundvierzig Jahre nach dem letzten Wiedersehen, und hofft auf ein Wort des berühmten Mannes über die alte Leidenschaft. Mann stellt den Dichter auf die Bühne, indem er ihn lange nicht auftreten lässt: Man spricht über Goethe, bis er selbst denkt. Neben dem Zauberberg ist es Manns geselligstes Buch über deutsche Größe und deren Kosten.

Inhalt

Charlotte Kestner steigt mit der Tochter im Gasthof Zum Elefanten ab. Weimar weiß sofort, wer gekommen ist; der Name Lotte öffnet Türen, die die alternde Frau nicht verlangt hat. Nacheinander erscheinen der Sekretär Friedrich Wilhelm Riemer, Adele Schopenhauer, der Sohn August von Goethe, Bekannte, die Auskunft wollen und Anekdoten bringen. Charlotte hört, wie aus ihrer Jugend ein Nationalheiligtum geworden ist, und merkt, dass sie die Figur spielen soll, die der Roman festgesetzt hat. Sie ist Matrone, Mutter, nicht mehr das Mädchen am Ball in Wetzlar, und genau das macht die Stadt nervös. Der Elefant füllt sich mit Stimmen, die Goethe meinen und Lotte brauchen.

Die Gespräche kreisen um den Abwesenden: seine Kälte, seine Höflichkeit, die Marienbader Elegie, den Beamten, den Olympier, den, der Menschen verbraucht und in Werke setzt. August, unglücklich, trinkt und klagt über den Vater, der den Sohn als Schatten hält. Adele intrigiert liebevoll. Riemer dozierte. Charlotte versteht, dass Weimar Goethe atmet und dass Goethe Weimar als Stoff atmet. Das siebente Kapitel wechselt die Seite: Goethe erwacht, ein innerer Strom aus Erinnerung, Amt, Vers, Diät und Eitelkeit, bis der große Alte im Morgenrock die Stadt enthält. Mann gibt ihm die Sprache, die das Werk und den Körper zugleich führt.

Erst spät sitzen Lotte und Goethe bei Tisch, förmlich, von Gästen umstellt; das erhoffte Gespräch über Wetzlar findet nicht statt. Eine Kutschfahrt, ein Missverständnis, eine Höflichkeit, die verletzt. Charlotte reist ab, nicht erlöst und nicht enttäuscht auf die Weise, die der Werther verspräche. Was sie erhalten hat, ist der Anblick eines Mannes, der die Jugendliebe in Literatur verwandelt hat und die Frau nicht nachliefern kann. Mann schließt mit der Einsicht, dass das Leben dem Werk nie die Rechnung präsentieren darf, die es zahlen könnte.

Einordnung

Mann hat im amerikanischen und schweizerischen Exil den deutschen Klassiker porträtiert, ohne ihn zu denunzieren und ohne ihn zu schonen. Goethe erscheint als Künstler, der Leben in Form zwingt; Lotte als die, die das Leben war und nun die Form besichtigt. Zeitgenossen lasen eine Goethe-Ehrung, andere eine Diagnose der deutschen Verehrung. Egon Günthers DEFA-Film von 1975 mit Lilli Palmer und Martin Hellberg hat die Begegnung bebildert. Fischer hält den Text als Taschenbuch, auch in der Fassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe. Dass das siebente Kapitel Goethe von innen gibt, ist die Kühnheit: der Olympier als Strom aus Amt, Vers und Verdauung.

Der Roman steht neben dem Zauberberg als Zeitbuch: Dort die Krankheit vor dem Krieg, hier der Nachruhm nach den Befreiungskriegen, beides deutsche Innenräume. Wer nach Mann über Goethe spricht, muss Lottes Hotelzimmer kennen, nicht nur den Monolog des Erwachenden. Die Größe, die Weimar feiert, ist dieselbe, die Charlotte nicht tröstet. Das Buch ist Huldigung und Rechnung, in einem Ton, der beides aushält.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.