Humankapital

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Gary S. Becker · 1964 · Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Humankapital
Autor(en): Gary S. Becker
Originaltitel: Human Capital. A Theoretical and Empirical Analysis, with Special Reference to Education
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1964
Schlagwörter: Bildung, Investition, Lohn, Familie
Sachgebiete: Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: University of Chicago Press


Umfang dieser Ausgabe: 412 Seiten
ISBN: 9780226041209
Verweise


Humankapital (englisch Human Capital) ist das 1964 erschienene Hauptwerk von Gary S. Becker, mit dem die Chicagoer Schule Bildung, Gesundheit und familiäre Zeit als Investitionen behandelte, die sich in Löhnen rechnen. Becker nimmt den Menschen nicht aus der Ökonomie heraus, sondern hinein: Wer lernt, opfert Gegenwart für künftige Erträge, wie wer eine Maschine kauft. Das Buch hat das Wort Humankapital aus der Fachsprache in die Politik getragen – und den Streit, ob Bildung eine Ware sei.

Inhalt

Becker formalisiert, was Lehrer und Eltern wissen und die ältere Ökonomie oft wegließ: Ausbildung kostet Zeit und Geld, steigert die Produktivität, wirft Erträge ab, die sich mit anderen Anlagen vergleichen lassen. Schuljahre, on-the-job training, Gesundheitsausgaben, Migration werden als Entscheidungen unter Ungewissheit modelliert. Die empirischen Teile prüfen, ob Lohnunterschiede zu den Investitionskosten passen. Diskriminierung erscheint als Marktverzerrung, die sich messen lässt, nicht nur als Moral. Die Pointe ist kalt und befreiend zugleich: Bildung ist nicht nur Kultur, sie ist auch Ertrag – und gerade deshalb politisch umkämpft.

Das Buch bleibt in der Preis- und Investitionstheorie, ohne Friedmans Staatslehre und ohne Knights Metaphysik der Ungewissheit. Becker hat denselben Ansatz später auf Kriminalität, Familie, Altruismus ausgedehnt; 1964 ist die Probe an der Bildung, dem ehrwürdigsten Gegenstand. Die Kritik hat von Anfang an den Vorwurf der Ökonomisierung erhoben: Wer Kinder als Kapital denkt, habe sie schon verkauft. Becker antwortet, dass Leugnen der Erträge die Ungleichheit nicht abschafft, sondern unbenannt lässt. Wer nur den Vorwurf kennt, unterschlägt die Messung; wer nur die Messung kennt, unterschlägt, dass das Wort selbst eine Moral transportiert.

Der Ton ist der des Journals, das zum Handbuch wurde. Spätere Auflagen erweiterten Daten und Kapitel, die These blieb. Die Bildungspolitik der OECD, die Rede von Standort und Wissensgesellschaft, die Humankapitalkonten der Volkswirtschaft haben das Buch oft ohne den Autor benutzt. Chicago hat darin den Beweis gesehen, dass der ökonomische Ansatz keine Grenze am Fabriktor hat. Wer Becker nur als Imperialisten des Faches kennt, hat die Bildungsstudie nicht gelesen, in der das Argument noch am nächsten an einer allgemein geteilten Intuition bleibt.

Einordnung

Becker hat Friedman die Mikroökonomie der Lebensläufe geliefert, die Kapitalismus und Freiheit nur forderte. Theodore Schultz hatte das Wort vorbereitet; Becker gab die Theorie und die Schätzungen. Der Wirtschaftsnobelpreis 1992 galt diesem Ansatz. Die deutsche Bildungsökonomie und die Soziologie der Ungleichheit arbeiten mit und gegen ihn. Neben Knight und Coase steht Humankapital als der Text, mit dem Chicago den Menschen zur Anlage machte – und damit erzwang, über Erträge der Bildung zu sprechen, statt nur über ihre Würde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.