Economic Analysis of Law

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Richard A. Posner · 1973 · Sachbuch, Recht


Das Werk
Deutscher Titel: Economic Analysis of Law
Autor(en): Richard A. Posner


Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1973
Schlagwörter: Haftung, Effizienz, Common Law, Anreiz
Sachgebiete: Sachbuch, Recht
Greifbare Ausgabe
Verlag: Little, Brown


Umfang dieser Ausgabe: 415 Seiten
ISBN: 9780316714426
Verweise


Economic Analysis of Law ist das 1973 bei Little, Brown erschienene Lehrbuch von Richard A. Posner, mit dem die ökonomische Analyse des Rechts in die juristischen Fakultäten der Vereinigten Staaten einrückte. Posner liest Haftung, Eigentum, Vertrag und Strafe als Anreizsysteme: Recht steuert Verhalten, indem es Kosten verteilt. Das englische Fallrecht, das Common Law, erscheint als heimliche Maschine der Effizienz. Eine deutsche Gesamtübersetzung des Lehrbuchs fehlt; die deutschsprachige Aufnahme lief über das Schlagwort und über eigene Lehrbücher.

Inhalt

Posner trägt die Chicagoer Ökonomie in die Dogmatik. Akteure rechnen, auch vor Gericht: Wer haftet, vermeidet den Schaden, soweit Vermeidung billiger ist als Ersatz; wer Eigentum hat, handelt damit, soweit der Tausch die Ressource zum Höherwertigen bringt; wer Strafe erwartet, wägt sie gegen den Ertrag der Tat. Effizienz – gemeint ist vor allem die Vermehrung gesellschaftlichen Reichtums, nicht die Gleichheit der Lose – wird zum Maßstab, an dem geltende Regeln gemessen und vorgeschlagene Regeln geprüft werden. Die Pointe ist historisch und normativ zugleich: Viele Doktrinen des Fallrechts, so Posner, haben diese Logik schon befolgt, ohne sie zu nennen; der Richter, der Präzedenzfälle fortschreibt, maximiert Wohlstand, auch wo er Gerechtigkeit sagt. Das Recht als Pflicht und Schuld bleibt in dieser Umstellung lesbar, aber nachgeordnet: Der Schadensersatz tritt an die Stelle der moralischen Empörung, nicht weil Empörung falsch wäre, sondern weil sie das Verhalten schlecht steuert.

Das Buch ist ein Lehrbuch und eine Kampfansage. Es geht die großen Felder durch – Delikt, Sache, Vertrag, Strafe, Verfahren, später auch Verfassung und Regulierung in anwachsenden Auflagen – und übersetzt jeweils die Doktrin in Anreize. Ronald Coase hatte 1960 in The Problem of Social Cost gezeigt, dass klar zugeordnete und frei übertragbare Rechte bei verschwindenden Transaktionskosten die Nutzung unabhängig von der Erstzuteilung effizient machen; Gary S. Becker hatte in Human Capital Bildung als Investition und die Strafe als Preis modelliert. Posner macht daraus eine Methode für Juristen, die keine Ökonomen sind. Die Kritik nannte Kälte: Gerechtigkeit werde durch Kosten ersetzt, der Geschädigte zum Rechnungsposten, Ungleichheit unsichtbar, sobald die Summe steigt. Die Schule nannte Klarheit: Besser ein ausgesprochenes Maß als die Rhetorik der Billigkeit, die den Verlierer tröstet und den Anreiz verfehlt. Beides hat das Buch nicht aus den Lehrplänen verdrängt. Es wuchs über Auflagen; 1973 bleibt die Taufe.

Posner lehrte in Chicago und wurde 1981 Richter am Bundesberufungsgericht des siebten Bezirks; die Verbindung von Lehrbuch und Spruchpraxis hat der Richtung Gewicht gegeben, das ein Seminar allein nicht trägt. Die deutsche Teilrezeption übersetzte nicht den Band, sondern den Ansatz: ökonomische Analyse des Rechts als Schlagwort, das Lehrbuch von Schäfer und Ott als zivilrechtliche Ausführung, Skepsis der Dogmatik, die Folgenermittlung für eine fremde Wissenschaft hielt. Theodore W. Schultz hatte in Transforming Traditional Agriculture gezeigt, dass auch arme Landwirtschaft rechnet, sobald sich Wissen lohnt; Posner behauptet dasselbe vom Richter und vom Schädiger. Die spätere verhaltensökonomische Wende hat den unbegrenzt rechnenden Akteur angegriffen, ohne die Frage nach Anreizen zu streichen. Geblieben ist die Erlaubnis, Recht als Steuerung zu lesen, und der Streit, ob Effizienz ein Name für Gerechtigkeit ist oder deren Ersatz.

Einordnung

Posner hat der Chicagoer Schule das Recht gegeben, nachdem Becker die Bildung und Schultz die Landwirtschaft zur Investition gemacht hatten. Neben Coases Aufsatz über soziale Kosten und Beckers Human Capital steht dieses Lehrbuch als die juristische Front: Es hat Fakultäten, Gerichte und die deutsche Debatte über Folgen und Effizienz erreicht, oft als Ärgernis, selten folgenlos. Die Kritik an der Wohlstandsmaximierung – dass sie den Schaden der Armen billiger macht als den der Reichen, dass sie Pflicht in Preis verwandelt – gehört zur Wirkung, nicht zu einer Fußnote. Haftung und Eigentum sind seither auch als Steuerung lesbar, nicht nur als Gerechtigkeit und nicht nur als Dogmatik.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.