Der Verlust der Tugend
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Verlust der Tugend |
| Autor(en): | Alasdair MacIntyre |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1981 |
| Seitenanzahl: | 381 Seiten |
| Originaltitel: | After Virtue |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3518287931 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783518287934 |
| Schlagwörter: | Tugend, Praxis, Tradition, Emotivismus |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Der Verlust der Tugend (englisch After Virtue) ist das 1981 erschienene Buch von Alasdair MacIntyre. Die moralische Sprache der Moderne besteht aus Bruchstücken einer verlorenen Ordnung – und der Streit über das Gute klingt deshalb wie Lärm, in dem nur noch Empfindung als Grund übrigbleibt.
Inhalt
MacIntyre beginnt mit einem Gleichnis: Naturwissenschaft überlebt eine Katastrophe in Fetzen; die Wörter gelten noch, der Zusammenhang ist weg. So stehe es um die Moral. Was heute gut, Pflicht, Recht heißt, sind Überreste der aristotelischen Tugendlehre nach dem Bruch der Aufklärung. Emotivismus – die Lehre, moralische Sätze drückten nur Gefühl aus – ist nicht eine Theorie unter anderen, er ist die Kultur, in der Geschäftsführer, Therapeut und Ästhet die Figuren des Erfolgs sind.
Die Aufklärung wollte eine Moral aus der vernünftigen Natur des Menschen, ohne dass dieser auf ein Ziel angelegt wäre; sie musste scheitern, weil Tugend ohne Zweck und ohne Praxis leer bleibt. Nietzsche habe das ehrlich ausgesprochen. Die Alternative ist nicht Nietzsche, es ist Aristoteles: Tugend als Haltung in einer Praxis, die innere Güter kennt – Schach, Baukunst, Politik als Tätigkeiten, die man nicht nur um des Lohnes willen übt –, eingebettet in die Erzählung eines Lebens und in eine Tradition, die Gründe liefert. Der Schluss wartet auf einen neuen heiligen Benedikt: kleine Gemeinschaften, die die Tugend durch die neue Barbarei tragen.
Der Ton ist polemisch und gelehrt, von der Geschichte der Moralphilosophie her gebaut, nicht von der Tagespolitik. Wer Rawls nur als Gegner sucht, findet ihn als Symptom: Prinzipien ohne gemeinsames Gut. Wer eine Partei sucht, findet eine Klage über das Fehlen der Polis.
Einordnung
Gegen Eine Theorie der Gerechtigkeit und gegen den Utilitarismus stellt MacIntyre die Nikomachische Ethik wieder in die Mitte – nicht als Altertumskunde, als Therapie. Friedrich Nietzsches Zur Genealogie der Moral gilt ihm als die ehrliche Diagnose des Trümmerfelds, nicht als Ausweg. Charles Taylors Ein säkulares Zeitalter erzählt denselben Umbau milder, als Wandel der Fülle, nicht als Katastrophe. Die Kritik trifft den Nerv: Nostalgie einer männlichen Polis, unklar, wessen Tradition gelten soll, gefährlich nah an der Absage an den liberalen Staat, der den Streit aushält. Der Benedikt am Ende ist Bild und Ausrede. Geblieben ist die Frage, ob man über das Gute reden kann, ohne zu sagen, wozu der Mensch da ist.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
