Linguistik und Poetik

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Roman Jakobson · 1960 · Sachbuch, Sprachwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Linguistik und Poetik
Autor(en): Roman Jakobson
Originaltitel: Linguistics and Poetics
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1960
Schlagwörter: Funktion, Gleichwertigkeit, Lyrik, Sprache
Sachgebiete: Sachbuch, Sprachwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: stw
Umfang dieser Ausgabe: 483 Seiten
ISBN: 9783518278420
Verweise


Linguistik und Poetik ist der 1960 gedruckte Schlussvortrag, den Roman Jakobson 1958 in Indiana gehalten hat, in deutschen Sammlungen der Kern der ausgewählten poetischen Aufsätze. Jakobson bestimmt die poetische Funktion der Sprache: die Ausrichtung auf die Botschaft selbst, Gleichwertigkeit, die zur Abfolge wird. Das Stück steht in dieser Reihe als Buch, wie Quines Dogmen: ein Vortrag, der eine Schule umgestellt hat. In der Prager Reihe gilt ein anderes Jakobson-Buch.

Inhalt

Jakobson unterscheidet sechs Funktionen der sprachlichen Mitteilung – emotiv, konativ, referentiell, phatisch, metasprachlich, poetisch – und holt die Poetik in die Linguistik, statt sie der Kunstwissenschaft zu überlassen. Poetisch ist nicht Schönheit, sondern ein Verfahren: Die Achse der Auswahl (Metapher) wird auf die Achse der Kombination (Metonymie) projiziert; Wiederholung, Parallelismus, Lautbindung machen die Botschaft dicht. Lyrik ist der extreme Fall, nicht der einzige. Wer Dichtung als Gefühl oder als Abbild liest, hat die Funktion unterschlagen.

Der Vortrag fasst zusammen, was Jakobson seit den Futuristen, dem OPOJAS und Prag erarbeitet hatte. Moskau, Prag, New York, Harvard: dieselbe Frage, wie Laut und Bedeutung in der Dichtung arbeiten. Die Beispiele reichen von der Kindersprache bis zur politischen Parole. Die Kritik nannte das Modell zu starr, die sechs Funktionen zu säuberlich, die Lyrik zu privilegiert. Geblieben ist das Vokabular, mit dem Seminare seither Gedichte sezieren.

Die deutschen Bände Poetik und Aufsätze zur Linguistik und Poetik haben den Vortrag kanonisiert. Wer Jakobson nur als Phonologen kennt, unterschlägt die Gleichwertigkeit; wer nur den Formalisten kennt, unterschlägt, dass 1958 ein Linguist in Amerika sprach, der den Formalismus überlebt hatte. Hier gilt die poetische Funktion, nicht die Kindersprache.

Einordnung

Jakobson hat Formalismus und Prager Schule in die internationale Linguistik übersetzt. Schklowski hatte den Kunstgriff, Propp die Funktion der Erzählung; Jakobson die Funktion der Sprache. Die Tartuer Semiotik hat ihn als Ahnen genommen. Neben der Theorie der Prosa steht dieser Vortrag als der Text, der Dichtung zur Probe der Linguistik machte. Wer nach 1960 über Lyrik spricht, ohne poetische Funktion, spricht hinter diesem Stück.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.