Theorie der Prosa
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Theorie der Prosa |
| Autor(en): | Viktor Schklowski |
| Originaltitel: | O teorii prozy |
| Originalsprache: | russisch |
| Erstveröffentlichung: | 1925 |
| Schlagwörter: | Verfremdung, Automatisierung, Kunstgriff, Prosa |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | S. Fischer
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| Umfang dieser Ausgabe: | 168 Seiten |
| ISBN: | 9783100735096 |
| Verweise | |
Theorie der Prosa (russisch O teorii prozy) ist das 1925 in Moskau erschienene Hauptwerk von Viktor Schklowski, in dem der russische Formalismus die Literatur als Summe der Kunstgriffe bestimmt, nicht als Abbild oder Gesinnung. Der berühmte Satz von der Verfremdung steht hier im Zusammenhang der Prosa: Kunst macht das Gewohnte wieder sichtbar, indem sie die Wahrnehmung hemmt. Das Buch ist das Organon der Schule, geschrieben von einem, der später widerrief und trotzdem der Gründer blieb.
Inhalt
Schklowski geht von der Automatisierung des Alltags aus. Was vertraut ist, wird nicht mehr gesehen; der Kunstgriff bricht die Gewohnheit, verlängert die Wahrnehmung, zwingt zum Sehen. Sterne, Tolstoj, das Verschlingen von Motiven, die Treppe der Novelle: Beispiele, keine Inhaltsangaben. Die Fabel ist das Rohmaterial, die Sujetfügung das Gemachte. Wer Literatur als Ausdruck der Seele oder der Klasse liest, hat den Kunstgriff unterschlagen. Die Theorie ist polemisch gegen die Symbolisten und gegen den Inhaltismus, der vom Was statt vom Wie spricht.
Das Buch bleibt eine Sammlung von Aufsätzen, die zur Theorie zusammenschießen. Schklowski schreibt sprunghaft, witzig, als Praktiker der Prosa, der selbst Romane und Erinnerungen verfasst. Die Verfremdung wurde zum Losungswort der Weltliteraturwissenschaft, oft ohne die Prosa-Analysen. Wer nur das eine Wort kennt, unterschlägt die Motive, die Tristram-Shandy-Lektüre, die Behauptung, dass Kunst ein Verhältnis zur Form ist, nicht zur Welt allein. Die späteren Widerrufe unter dem Druck der Partei haben das Frühwerk nicht gelöscht.
Die deutsche Ausgabe hat den Formalismus in den sechziger Jahren ins Seminar geholt, zusammen mit Tynjanow und Eichenbaum. Brecht hat Verfremdung anders, theatralisch gewendet; die Herkunft ist dieser Band. Die Kritik nannte die Schule unpolitisch, mechanisch, blind für Geschichte. Geblieben ist die Pflicht, zuerst zu fragen, wie ein Text gemacht ist. Wer den Formalismus nur als Vorläufer der Struktur kennt, hat die Prosa nicht gelesen.
Einordnung
Schklowski hat der Literaturwissenschaft das Handwerk zurückgegeben, das die Geistesgeschichte an Epochen und die Marxisten an den Inhalt verkauft hatten. Bachtin hat später die Stimmen gegen den bloßen Kunstgriff gesetzt; Propp hat das Märchen morphologisch geordnet. Neben der Morphologie des Märchens steht die Theorie der Prosa als der Text, der Verfremdung zum Werkzeug machte. Wer nach 1925 über Literatur spricht, ohne das Gemachte, spricht hinter diesem Band.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
