Die literarischen Kunstmittel

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Jurij Tynjanow · 1927 · Sachbuch, Literaturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Die literarischen Kunstmittel
Autor(en): Jurij Tynjanow


Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1927
Schlagwörter: Evolution, System, Parodie, Gattung
Sachgebiete: Sachbuch, Literaturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: stw
Umfang dieser Ausgabe: 220 Seiten
ISBN: 9783518106846
Verweise


Die literarischen Kunstmittel versammelt in der deutschen Ausgabe die Aufsätze, in denen Jurij Tynjanow in den zwanziger Jahren die literarische Evolution als Systemwechsel gefasst hat. Literatur ist ein dynamisches System von Verfahren; was an der Peripherie parodiert, kann ins Zentrum rücken. Das Buch ist der Formalismus als Geschichte, gegen Schklowskis oft stillgestellten Kunstgriff.

Inhalt

Tynjanow fragt, wie Gattungen entstehen, altern, verfremdet werden. Das literarische Faktum ist nicht ewig; der Brief, das Feuilleton, die Ode wechseln ihren Ort im System. Parodie ist nicht Spott allein, sondern ein Mechanismus der Erneuerung. Dichtung und Alltagssprache stehen in einem Verhältnis der Anziehung und Abstoßung, das sich datieren lässt. Wer Kanon als Wertpyramide liest, unterschlägt die Verschiebung, die ihn erzeugt.

Die Aufsätze über das Versprinzip, über Dostoevskij und Gogol, über die literarische Evolution gehören zusammen als Theorie der Bewegung. Tynjanow war selbst Romancier; die historische Prosa und die Theorie haben denselben Blick auf Konstruktion. Die Thesen mit Jakobson von 1928, oft Prag zugerechnet, sind hier schon angelegt: Synchronie und Diachronie der Literatur. Die Kritik nannte das System zu geschlossen, die Politik zu blass. Geblieben ist die Evolution als Werkzeug gegen die ewige Form.

Die deutsche Sammlung hat Tynjanow neben Schklowski gestellt und oft als den historischeren gelesen. Wer nur die Verfremdung kennt, unterschlägt den Systemwechsel; wer nur den Romancier kennt, unterschlägt die Aufsätze. Der Formalismus bekommt durch ihn die Zeit, die Propp der Morphologie wegnahm.

Einordnung

Tynjanow hat der Schule die literarische Geschichte gegeben, ohne sie der Geistesgeschichte zurückzugeben. Jakobson hat die Thesen mit ihm gesetzt; Bachtin hat die Stimmen gegen das System der Verfahren gehalten. Neben der Theorie der Prosa steht dieser Band als der Text, der Form als Evolution liest. Wer nach den zwanziger Jahren über Gattung spricht, ohne Peripherie und Zentrum, spricht hinter Tynjanow.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.