Der Koch
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Koch |
| Autor(en): | Martin Suter |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Diogenes |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2010 |
| Seitenanzahl: | 320 Seiten |
| Originaltitel: | Der Koch |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3257239998 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783257239997 |
| Schlagwörter: | Zürich, Küche, Asyl, Sri Lanka |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der Koch ist der 2010 bei Diogenes erschienene Roman von Martin Suter, der siebte des Zürcher Autors, angesiedelt kurz vor und in der europäischen Schuldenkrise. Ein tamilischer Asylbewerber kocht in Zürich Menüs, die Begehren wecken, und gerät an Geld, das aus dem Bürgerkrieg seiner Heimat stammt. Suter hat den Unterhaltungsroman mit Rezepten, der Hierarchie einer Sternelokal-Küche und der Moral des Überweisens verbunden. Das Buch stand Wochen auf dem ersten Platz der Spiegel-Liste. 2014 kam die Verfilmung von Ralf Huettner.
Inhalt
Maravan, dreiunddreißig, tamilischer Asylbewerber, schneidet in der Küche des Zürcher Gourmetrestaurants Chez Huwyler Gemüse und hält still. Gekocht hat er seit der Kindheit, unterwiesen von der Großtante und in südindischen Küchen; die Kollegen wissen das nicht, der Aufenthaltsstatus und die Rangordnung lassen ihn nicht an den Herd. Die Kellnerin Andrea, die er bewundert, gibt ihm die Gelegenheit, sie zu bekochen. Maravan leiht nachts den Rotationsverdampfer des Hauses, treibt ayurvedische Essenzen in die Höhe der Molekularküche und setzt ein Menü vor, nach dem Andrea, die Frauen liebt, mit ihm schläft. Das Entwenden fliegt auf, Maravan fliegt raus. Andrea kündigt aus Empörung über Neid und Vorurteil mit.
Gemeinsam gründen sie den Essensdienst Love Food. Eine Sexualtherapeutin schickt Paare, deren Begehren erloschen ist; die Menüs wirken, das Geschäft trägt, bis Andrea den Auftrag eines Ehemanns annimmt, der fremdgehen will, und die Therapeutin die Zusammenarbeit beendet. Maravan muss Verwandte im Bürgerkrieg Sri Lankas stützen, Medikamente für die Großtante kaufen, und lässt sich auf eine zahlungskräftigere Kundschaft ein: Männer aus Politik und Wirtschaft, ein Begleitgewerbe, das die Speisen als Vorspiel nutzt. Ihm dämmert, dass ein Teil des Geldes aus Waffengeschäften stammt, die denselben Krieg nähren, in den er überweist. Suter schildert Zürich als Stadt, in der man alles kaufen kann, solange es als Dienstleistung heißt, und Sri Lanka als Ferne, die im Küchenradio und auf dem Kontoauszug ankommt.
Der Neffe fällt als Kindersoldat, die Großtante stirbt am Herz. Maravan beendet Love Food und kocht ein letztes Mal für einen der Waffenhändler: Im Getränk liegt dasselbe Mittel, das ein Herz stehen lässt. Der Roman hängt Rezepte zweier Menüs an, als wäre die Moral auch eine Frage der Zubereitung. Andrea bleibt die Mitwisserin, die das Geschäft gewollt hat und die Grenze später zieht. Maravan ist Opfer und Täter in derselben Schürze. Suter ironisiert wenig; er zählt Gänge, Beträge, Aufenthaltsfristen. Der versöhnliche Schluss bleibt aus: Zürich isst weiter, der Krieg ist woanders, der Koch hat eine Rechnung beglichen, die keine Justiz ihm gestellt hätte.
Einordnung
Suter schreibt präzise und lesbar, mit der Recherche, die seine Leser erwarten, und mit der Gefahr, dass die Küchenschritte die Figuren überwuchern. Der Spiegel fand das Buch solide für die Anhängerschaft, zu wenig gebrochen für den feineren Geschmack; andere lobten, dass Sri Lanka und die Schweiz in einem Roman Platz haben, ohne dass der eine Schauplatz den anderen schluckt. Love Food ist die Pointe und die Falle: Begehren als Ware, Asyl als untere Stufe der Gastronomie, Waffen als unsichtbare Zutat. Gegenüber den Allmen-Krimis und den früheren Zürich-Romanen Suters ist Der Koch der politischste, ohne Flugblatt zu werden. Die Hierarchie der Küche – Wer darf den Herd, wer nur das Brett – trägt die Hierarchie der Stadt.
Die Verfilmung hat Gesichter und Speisen, nicht immer die Kälte der Überweisung. Wer nach 2010 über Globalisierung als Menüfolge spricht, spricht hinter Maravan; wer das Buch für einen kulinarischen Scherz hält, hat den Kindersoldaten und den Herzinfarkt im Glas nicht gelesen. Diogenes hält den Band im Taschenbuch; die Rezepte im Anhang sind kein Geschenk, sondern der Rest einer Kunst, die man verkaufen kann, bis sie tötet. Suter hat den tamilischen Koch nicht zum edlen Fremden gemacht. Er hat ihn kochen und zahlen und am Ende vergiften lassen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
