Die Kinder des Kapitän Grant

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Kinder des Kapitän Grant
Autor(en): Jules Verne
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 1868
Seitenanzahl: 656 Seiten
Originaltitel: Les Enfants du capitaine Grant
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3596289033
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596289035
Schlagwörter: Suche, Weltreise, Breite, Schiffbruch
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Die Kinder des Kapitän Grant ist der Roman von Jules Verne, 1867 und 1868 in drei Bänden bei Hetzel erschienen, nach dem Vorabdruck im Magasin d'Éducation et de Récréation. Eine Flaschenpost aus dem Magen eines Hais setzt eine Suche in Gang, die den siebenunddreißigsten südlichen Breitegrad um die Erde führt. Verne hat Geographie, patriotischen Eigensinn und die Komik eines Gelehrten, der das falsche Schiff besteigt, ineinandergelegt. Neben der Reise um die Erde in 80 Tagen ist dies eines seiner längsten Bücher: keine Wette gegen die Uhr, sondern eine Linie auf der Karte, die man ablaufen muss, weil der Längengrad in der zerfetzten Botschaft fehlt. Deutsch erschien der Text 1875; er gehört zu den Fahrten, die später in die Geheimnisvolle Insel münden.

Inhalt

Auf der Jungfernfahrt der Jacht Duncan fängt die Mannschaft des schottischen Lords Glenarvan einen Hai und findet in dessen Magen drei Fetzen derselben Meldung, englisch, französisch, deutsch, vom Meer zerstört. Kapitän Grant von der Britannia ist mit einem Teil der Besatzung gestrandet und bittet um Hilfe; lesbar bleibt vor allem der Breitegrad siebenunddreißig Süd. Die britische Regierung tut wenig für einen schottischen Patriot. Glenarvan, seine Frau Helena, der Major MacNabs und die Kinder des Vermissten, Mary und Robert Grant, beschließen die Suche als Sache der Ehre. In Gibraltar kommt der Geograph Jacques Paganel an Bord, der nach Indien wollte und die Duncan für ein anderes Schiff gehalten hat. Sein Irrtum wird zum Glück der Fahrt: Er entziffert, irrt, verbessert sich und hält die Gelehrsamkeit in Bewegung, während andere steuern.

Die erste Deutung führt nach Südamerika. Die Gesellschaft durchquert Patagonien und die Kordilleren auf der Linie des Grades, trifft Indianer, Bären, Erdbeben, und findet Spuren, die nicht reichen. Paganel erkennt den Fehler der Lesart: Nicht der Name eines Landes, eine andere Silbe. Die zweite Strecke ist Australien, wieder auf siebenunddreißig Grad, mit Gefangenen, Siedlern und dem Verrat des Matrosen Ayrton, der unter falschem Namen die Duncan in die Hände von Landstreichern spielen will. Robert wird geraubt und wiedergefunden; Mary hält die Gruppe zusammen, ohne zur bloßen Dulderin zu werden. Die Jacht, rechtzeitig gewarnt, entkommt. Ayrton, entlarvt, bleibt die dunkle Figur, die Verne später auf einer Insel einsperren wird.

Die dritte Strecke gilt Neuseeland, wo Schiffbruch, Gefangenschaft bei den Maori und die Flucht durch feindliches Gebiet die Geduld der Suche auf die Probe stellen. Erst eine letzte Korrektur Paganels – eine Insel auf demselben Breitegrad – führt zur Tabor-Insel im Pazifik. Dort leben Kapitän Grant und zwei Gefährten, vom Rest der Welt abgeschnitten, den Grad getreu. Die Wiedersehensszene gibt dem Roman die Familienehre zurück, die die Regierung verweigert hat. Glenarvan hat sein Wort gehalten; die Kinder haben den Vater, nicht das Empire, gesucht. Verne schließt den Kreis der Erde, ohne aus der Linie eine Philosophie zu machen. Die Karte hat gereicht, und der Irrtum des Gelehrten war produktiver als die Gewissheit der Admiralität.

Einordnung

Verne hat den Suchroman auf die Strenge einer geographischen Bedingung gebracht: Eine Zahl zwingt zur Welt, weil die zweite Zahl fehlt. Das ist mehr als ein Trick. Es ist das Bild einer Wissenschaft, die mit lückenhaften Quellen arbeitet und dennoch aufbricht. Paganel gehört zu Vernes großen Komikern, ein Mann, der Länder auswendig kann und Schiffe verwechselt; ohne ihn wäre die Fahrt eine Parade der Tapferkeit. Politisch ist das Buch schottisch gegen London gefärbt, kolonial in den Landschaften, die es durchquert, und naiv, wo es Einheimische als Hindernis oder Hilfe der Route behandelt. Wer die 20.000 Meilen unter dem Meer als dunkles Gegenstück kennt, findet hier das hellere Epos: viel Luft, viel Land, ein Ziel, das Familie heißt.

Verfilmungen, von Hollywoods In Search of the Castaways bis zu europäischen Fernsehfassungen, haben oft den Grad zur Schnitzeljagd gemacht und Ayrton zum reinen Schurken. Der Roman ist geduldiger und lehrhafter, im Sinn von Hetzels Verlag: Man lernt die Kordilleren, indem man sie überquert. Im Deutschen halten vollständige Ausgaben den Dreischritt Amerika–Australien–Neuseeland; gekürzte Schulbücher streichen gerade die Länge, die der Breitegrad verlangt. Wer nach Verne über die Reise als Pflicht spricht, spricht hinter diesem Band; die Wette um achtzig Tage kam später und war schneller. Hier zählt das Wort, das man einem Verschollenen gibt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.