Reise um die Erde in 80 Tagen
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Reise um die Erde in 80 Tagen |
| Autor(en): | Jules Verne |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1873 |
| Seitenanzahl: | 304 Seiten |
| Originaltitel: | Le Tour du monde en quatre-vingts jours |
| Originalsprache: | französisch |
| ISBN-10: | 3596157120 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596157129 |
| Schlagwörter: | Wette, Eisenbahn, Weltreise, Pünktlichkeit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Reise um die Erde in 80 Tagen ist der Roman von Jules Verne, 1872 in Fortsetzungen, 1873 als Buch erschienen, der populärste der Voyages extraordinaires. Der Londoner Privatier Phileas Fogg wettet im Reform Club zwanzigtausend Pfund, dass sich die Erde mit dem bestehenden Fahrplan in achtzig Tagen umrunden lässt, und bricht noch am selben Abend auf. Verne hat kein Forscherbuch geschrieben und kein Ungeheuer erfunden; er hat den Fahrplan zum Abenteuer gemacht. Neben 20.000 Meilen unter dem Meer ist dies das heiterste seiner großen Werke: eine Jagd gegen die Uhr, verfolgt von einem Detektiv, getragen von einem Diener, der noch staunen kann.
Inhalt
Fogg, ein Mann ohne sichtbare Leidenschaft, der seine Tage nach der Minute ordnet, nimmt die Wette an, nachdem im Club über eine Zeitungsnotiz gestritten wurde, die Eisenbahn und Dampfschiff zu einem Gürtel um die Erde geschlossen hätten. Er nimmt seinen neuen französischen Diener Jean Passepartout mit, der gerade in den ruhigen Dienst eingetreten ist und nun um die Welt gejagt wird. Die Route führt von London über Suez und Bombay nach Kalkutta, Hongkong, Yokohama, San Francisco, New York und wieder nach London. Der Scotland-Yard-Beamte Fix glaubt in Fogg den Bankräuber der Bank von England zu erkennen und folgt ihm, wartet auf Haftbefehle, verzögert, irrt, bleibt hartnäckig. Passepartout gerät zwischen die Loyalität zum Herrn und die Einflüsterungen des Detektivs.
Die Fahrpläne reißen, wie Fahrpläne reißen. In Indien fehlt ein Stück Bahn; Fogg kauft einen Elefanten, rettet die junge Aouda vor dem Flammentod auf dem Scheiterhaufen ihres verstorbenen Mannes und nimmt sie mit. Passepartout wird in einem Tempel überfallen, weil er Schuhe anbehalten hat; in Hongkong versäumt er das Schiff, weil Fix ihn betäubt hat. Die Gruppe findet sich wieder, kauft Übergänge, heuert eine Maschine über den Ozean, fährt in Amerika mit der Pazifikbahn, gerät unter einen Angriff, rettet den Zug, verpasst in New York den Dampfer nach Liverpool und chartert ein Schiff, dessen Planken Fogg als Feuerung verbrennen lässt, um die Geschwindigkeit zu halten. Die Ruhe Foggs bleibt die eigentliche Ungeheuerlichkeit: Er rechnet, zahlt, verbeugt sich, während um ihn her die Welt Lärm macht.
In London angekommen, glaubt Fogg die Wette um knappe Zeit verloren; er hat Aouda die Ehe angetragen, Passepartout zum Pfarrer geschickt – und erst dadurch fällt auf, dass sie durch die Reise nach Osten einen Tag gewonnen haben. Der achtzigste Tag ist noch nicht um. Fogg erreicht den Club in der letzten Minute, gewinnt die Wette, deren Summe die Reisekosten aufwiegt, und heiratet Aouda. Das Geld war nie der Sinn; die Pünktlichkeit war es, und am Ende eine Zuneigung, die der Fahrplan nicht vorgesehen hatte. Verne lässt den Privatier nicht zum Schwärmer werden. Er hat die Erde umrundet, ohne sie zu betrachten, und gewinnt dennoch, weil die Geographie und die Datumsgrenze zu seinen Gunsten gearbeitet haben. Passepartout hat für beide gelebt.
Einordnung
Verne hat die Globalisierung des neunzehnten Jahrhunderts – Schiene, Dampf, Telegraf, Kolonialwege – als Spiel erzählt und die Kolonialwege zugleich benutzt: Indien, der Scheiterhaufen, der Elefant, Amerika als Durchfahrt. Das gehört zur Zeit und bleibt lesbar als ihr Abdruck, nicht als ihre Kritik. Gegen den düsteren Nemo in 20.000 Meilen unter dem Meer ist Fogg der Mann ohne Inneres, ein Uhrwerk mit Diener. Genau das hat den Roman zum Weltbuch gemacht: Kinder können die Stationen abhaken, Erwachsene die Wette als Lebensform erkennen. Der Reform Club, die Pünktlichkeit, das Pfund Sterling: England als Versprechen, dass die Welt berechenbar sei.
Bühnenfassungen, der Film mit David Niven, spätere Bearbeitungen haben aus der Reise ein spektakuläres Nacheinander gemacht und oft die Datumsgrenze als bloßen Trick behandelt. Bei Verne ist der gewonnene Tag die Pointe einer Buchhaltung, die die Erde ernst nimmt. Die Stationen sind abhakbar, die Wette ist es nicht: Sie bindet ein Leben an den Fahrplan. Wer nach Verne über Tempo und Weltverkehr spricht, spricht hinter Foggs Notizbuch; wer den Band für eine bloße Abenteuerkette hält, hat Fix und die Wette im Club nicht als das eigentliche Uhrwerk gesehen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
