Der letzte Weynfeldt
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der letzte Weynfeldt |
| Autor(en): | Martin Suter |
| Originaltitel: | Der letzte Weynfeldt |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 2008 |
| Schlagwörter: | Zürich, Fälschung, Auktion, Junggeselle |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Diogenes
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| Umfang dieser Ausgabe: | 320 Seiten |
| ISBN: | 9783257239331 |
| Verweise | |
Der letzte Weynfeldt ist der 2008 bei Diogenes erschienene Roman von Martin Suter, eine Zürcher Geschichte aus Kunsthandel, Erbe und Erpressung, in der ein wohlhabender Junggeselle merkt, dass nichts in seiner Wohnung so sicher ist wie der Dienstplan seiner Haushälterin. Suter, der mit Gesellschaftsromanen das großbürgerliche Milieu der Deutschschweiz ausgeleuchtet hat, mischt hier Kriminalfall, Komödie und Liebesgeschichte, ohne eine der drei Tonarten zum Programm zu machen. Der Titel meint den letzten männlichen Spross einer Sammlerfamilie und klingt nach Ende einer Linie. 2010 verfilmte Alain Gsponer den Stoff mit Stefan Kurt. Das Buch ist kühler als der Film und genauer in den Preisen.
Inhalt
Adrian Weynfeldt, Mitte fünfzig, Kunstexperte bei einem Auktionshaus, lebt in einer riesigen Wohnung im Zentrum, umgeben von Bildern, die der Vater gesammelt hat, und von Gewohnheiten, die die Haushälterin Frau Widmer aufrechterhält. Mit der Liebe hat er abgeschlossen, bis er in einer Bar Lorena mitnimmt, eine jüngere Frau mit Schulden und einer Begabung, andere für ihr Leben haftbar zu machen. Am nächsten Morgen steht sie außen am Balkon und droht zu springen; Adrian holt sie herein und ist von da an zuständig. Lorena taucht auf, verschwindet, verlangt Geld, bringt einen zwielichtigen Freund mit und kennt Adrians Schwächen besser als er. Suter gibt ihr keine einfache Opferrolle: Sie ist bedürftig und berechnend, oft in demselben Satz.
Parallel gerät ein Bild in Bewegung. Weynfeldt soll einen Vallotton schätzen, Femme nue devant une salamandre, der zur Auktion kommt und dessen Herkunft nicht klarer ist als Lorenas Biographie. Ein alter Freund, der Maler Klaus Baier, hat in Geldnot Kopien angefertigt; die Grenze zwischen Original, Replik und Betrug verschwimmt in einem Milieu, das Authentizität teuer verkauft und Nachahmung braucht, um den Markt zu füllen. Adrian, der Gutachter, wird zum Beteiligten, weil er Menschen nicht enttäuschen will – eine Höflichkeit, die in diesem Roman teurer ist als jede Fälschung. Lorena und ihre Hintermänner wollen an der Auktion verdienen; Adrian will Lorena retten und das Bild in der Spur halten, die seinem Namen entspricht.
Die Auflösung ist keine große Entlarvung vor der Presse, sondern eine Serie von Gesten, mit denen Adrian zahlt, vertauscht und am Ende doch nicht der Dumme bleibt, für den ihn alle gehalten haben. Er bleibt der letzte Weynfeldt: ohne Erben, mit einer Wohnung, die zu groß ist, und mit der Einsicht, dass seine Anständigkeit als Hebel benutzt wurde. Lorena geht nicht als bekehrte Geliebte in die Ehe; sie bleibt eine Frau, die überlebt. Das Auktionshaus geht zur Tagesordnung über, weil der Markt das muss. Suter schließt leise, mit einem Alltag, der wieder Dienstplan hat. Die Spannung lag nie im Schuss, sondern in der Frage, wie weit ein Mann, der nie nein sagt, sich selbst noch gehört.
Einordnung
Suter hat den Schweizer Gesellschaftsroman um die Expertise als Charakterfehler erweitert: Wer Bilder lesen kann, kann Menschen trotzdem nicht lesen, oder liest sie zu milde. Der Band steht in einer Reihe mit seinen Geschichten aus Werbung, Pharma und Erbe, nur dass hier die Ware Kunst ist und deshalb so tut, als sei sie mehr als Ware. Die Vallotton-Geschichte erlaubt Suter, über Original und Kopie zu sprechen, ohne einen Essay einzuschieben; die Figuren verhandeln das in Rechnungen. Die Zürcher Kritik hat das Buch als elegant und etwas zu glatt gelobt; die Glätte ist Kalkül, das Milieu spricht so.
Gsponers Film hat die Komödie verstärkt und Adrian weicher gezeichnet. Das Buch lässt die Peinlichkeit länger stehen: den Balkon, die wiederholten Überweisungen, die Haushälterin, die mehr Ordnung hält als die Moral. Höflichkeit wird hier zur Falle, weil sie nicht unterscheiden will zwischen Hilfe und Erpressung. Wer nach Suter über den reichen Einzelgänger in der Innenstadt spricht, spricht hinter diesem Roman; wer ihn für einen bloßen Kunstkrimi hält, hat Lorena am Geländer nicht ernst genommen – sie ist die eigentliche Schätzung, und sie geht schief, weil Weynfeldt den Schätzpreis für Menschen nicht kennt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
