Wohlstand ohne Wachstum: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Missverständnis wäre, hier eine Verherrlichung der Armut oder ein fertiges Wirtschaftsgesetzbuch zu suchen. Jackson will Wohlstand, nicht Schrumpfen um des Schrumpfens willen; er will ihn von der Pflicht zum immer mehr lösen. Wer nur den Untergang des Wachstums liest, verfehlt die Suche nach Gedeihen in Grenzen. Wer nur die Hoffnung liest, verfehlt den Befund, dass kein Szenario stetig mehr Menschen mit stetig mehr Verbrauch ökologisch trägt. Das Buch hat die Frage unausweichlich gemacht. Die Antwort, sagt Jackson, ist eine andere Logik des Wohlstands, nicht ein besserer Treibstoff für dieselbe Fahrt. | Das Missverständnis wäre, hier eine Verherrlichung der Armut oder ein fertiges Wirtschaftsgesetzbuch zu suchen. Jackson will Wohlstand, nicht Schrumpfen um des Schrumpfens willen; er will ihn von der Pflicht zum immer mehr lösen. Wer nur den Untergang des Wachstums liest, verfehlt die Suche nach Gedeihen in Grenzen. Wer nur die Hoffnung liest, verfehlt den Befund, dass kein Szenario stetig mehr Menschen mit stetig mehr Verbrauch ökologisch trägt. Das Buch hat die Frage unausweichlich gemacht. Die Antwort, sagt Jackson, ist eine andere Logik des Wohlstands, nicht ein besserer Treibstoff für dieselbe Fahrt. | ||
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Aktuelle Version vom 23. August 2026, 20:49 Uhr
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Wohlstand ohne Wachstum |
| Autor(en): | Tim Jackson |
| Originaltitel: | Prosperity Without Growth |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2009 |
| Schlagwörter: | Wohlstand, Wachstum, Grenzen, Konsum |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Zeitdiagnose |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | oekom
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 368 Seiten |
| ISBN: | 9783865818409 |
| Verweise | |
Wohlstand ohne Wachstum ist der 2009 zuerst als Bericht der britischen Sustainable Development Commission vorgelegte, 2011 als Buch erschienene Text des Wirtschaftswissenschaftlers Tim Jackson. Die deutsche Übersetzung kam 2013 im oekom-Verlag heraus; 2017 folgte eine durchgesehene Neuausgabe unter dem Zusatz „Grundlagen für eine zukunftsfähige Wirtschaft“. Jackson fragt, ob Wohlstand auf einem endlichen Planeten ohne dauerndes Wachstum des Sozialprodukts möglich sei, und verneint, dass Effizienz und Entkopplung die Rechnung schon lösen. Das Buch wurde zur maßgebenden Schrift der Wachstumskritik. Es ist Zeitdiagnose nach der Finanzkrise und Entwurf einer Ökonomie, die Gedeihen von der Vermehrung des Stofflichen löst.
Inhalt
Jackson schreibt gegen zwei Versprechen: gegen das Versprechen, Wachstum mache alle reich genug, und gegen das Versprechen, grünes Wachstum könne Klima und Ressourcen schonen, ohne den Motor zu wechseln. Das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit habe Schulden – der Haushalte, der Staaten, des Auslands – genutzt, um Wachstum zu erzwingen, ohne die Begrenztheit der stofflichen Welt zu achten. Die Finanzkrise von 2008 sei nicht vor allem die Folge fauler Kredite, sondern aller Maßnahmen, die Expansion um jeden Preis anstachelten. Wohlstand definiert Jackson mit Amartya Sen nicht als Fülle von Gütern, sondern über Nutzen und Verwirklichungschancen; zwischen Einkommen und Lebensqualität besteht ein abnehmender Grenznutzen. Gerechtigkeit zwischen Armen und Reichen, heute und morgen, gehört in die Definition, nicht an den Rand.
Die Behauptung, Entkopplung sei ein Mythos, entfaltet sich an Bevölkerung, Konsum und Technik. Weder relative noch absolute Entkopplung trage, wenn Zahl der Menschen und Verbrauch je Kopf steigen; die Gleichung von Ehrlich mache das sichtbar. Nicholas Sterns Hoffnung, Wachstum und Klimaschutz ließen sich mühelos vereinen, weist Jackson zurück. Der Konsumismus erscheint als stahlhartes Gehäuse: er treibt das Wachstum und formt das erweiterte Selbst; Rückschlageffekte fressen Effizienzgewinne auf. Keynesianische Konjunktur und ein ökologisches Beschäftigungsprogramm nach der Krise werden geprüft und reichen nicht, solange der Motor derselbe bleibt. In den späteren Kapiteln skizziert Jackson eine ökologische Makroökonomie, ein Gedeihen in Grenzen und ein Regierungsmodell, das Wohlstand nicht als steigendes Sozialprodukt buchstabiert. Konkret nennt er Grenzen setzen, das bestehende Modell reparieren und die gesellschaftliche Logik des Verbrauchs ändern: kürzere Arbeitszeit, öffentliche Güter, nichtstoffliche Dienste, sinnvolle Wohlstandsmaße.
Unsicher wird das Buch, wo die Alternative anschaulich werden soll. Jackson sagt selbst, er wisse nicht genau, wie eine Ökonomie nach dem Wachstum aussehe. Die Schritte – Umverteilung der Arbeit, Investition in haltbare Technik, Dienste statt Güter – bleiben Richtungen, keine fertige Ordnung. Gegenposition ist die Lehre, Innovation entkopple doch, wenn der Preis der Natur stimme, und die Lehre, ohne Wachstum zerfalle der Sozialstaat. Eine andere Gegenposition hält Jackson für zu zahm gegen den Kapitalismus selbst. Ernst Friedrich Schumachers Small Is Beautiful hatte das Maß der Menschen gegen den Gigantismus gesetzt; Jackson setzt das Maß des Planeten gegen den Wachstumszwang. Beide riskieren, dass Politik die Diagnose lobt und den Motor weiterlaufen lässt. Das Buch ist hart in der Kritik und vorsichtig im Bau. Die Vorsicht ist Redlichkeit und Schwäche zugleich.
Einordnung
Die Schrift hat die deutsche Debatte um Postwachstum, Genügsamkeit und grüne Konjunktur mit einem lesbaren, zahlenhaltigen Text versorgt; Vorworte von Jürgen Trittin, Uwe Schneidewind und Barbara Unmüßig zeigen das Bündnis von Forschung, Institut und Partei. Die Zeit nannte es rechtzeitig nach Finanzkrise und Atomkatastrophe; die Frankfurter Rundschau hielt die Unbestimmtheit der Alternative fest. Neben den Berichten des Club of Rome und Schumachers Maßbuch steht es als makroökonomische Fortsetzung: nicht nur kleiner, sondern ohne den Zwang zur Vergrößerung. Die Neuausgabe von 2017 hat internationale Lagen und die Grundlagen einer Wirtschaft von morgen nachgetragen, ohne die Diagnose zu wechseln.
Das Missverständnis wäre, hier eine Verherrlichung der Armut oder ein fertiges Wirtschaftsgesetzbuch zu suchen. Jackson will Wohlstand, nicht Schrumpfen um des Schrumpfens willen; er will ihn von der Pflicht zum immer mehr lösen. Wer nur den Untergang des Wachstums liest, verfehlt die Suche nach Gedeihen in Grenzen. Wer nur die Hoffnung liest, verfehlt den Befund, dass kein Szenario stetig mehr Menschen mit stetig mehr Verbrauch ökologisch trägt. Das Buch hat die Frage unausweichlich gemacht. Die Antwort, sagt Jackson, ist eine andere Logik des Wohlstands, nicht ein besserer Treibstoff für dieselbe Fahrt.
Ideen
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
