Négritude und Humanismus
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Négritude und Humanismus |
| Autor(en): | Léopold Sédar Senghor |
| Originaltitel: | Liberté I. Négritude et humanisme |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1964 |
| Schlagwörter: | Négritude, Humanismus, Afrika, Assimilation |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Seuil |
| Erscheinungsort: | Liberté I. Négritude et humanisme |
| Serie: | Liberté |
| Umfang dieser Ausgabe: | 444 Seiten |
| ISBN: | 9782020022422 |
| Verweise | |
Négritude und Humanismus ist die 1967 bei Diederichs erschienene deutsche Fassung von Liberté I. Négritude et humanisme, dem 1964 bei Seuil herausgekommenen ersten Sammelband von Léopold Sédar Senghor. Er versammelt Reden, Aufsätze und Vorworte, in denen die Négritude keine Folklore bleibt, sondern ein Humanismus, der Afrika in die Menschheit holt, ohne es der Assimilation zu opfern.
Inhalt
Senghor löst die Unabhängigkeit von der bloßen Flagge und bindet sie an eine Kultur, die der Kolonialherr für Natur oder für Nichts erklärt hatte. Négritude heißt hier nicht Rückkehr in ein Museum, sondern die Behauptung, dass Rhythmus, Gemeinschaft, das Bild, das nicht trennt, was Europa in Begriff und Ding zerschnitt, Werte sind, die der Universalismus braucht, wenn er nicht nur französisch bleiben will. Gegen die Assimilation, die den schwarzen Studenten zum verunglückten Pariser macht, setzt er die Teilhabe: Afrika trägt zum Menschlichen bei, statt es nachzuholen. Der Band führt von den Spirituals zu den alten Erzählungen, von der lateinischen Schule zur Frage, in welcher Sprache ein Präsident dichtet. Gegen Césaires Über den Kolonialismus, der die Verrohung des Kolonisators zuerst setzt, klingt Senghor versöhnlicher: die Quelle soll in die Welt, nicht gegen sie.
Das ist keine Harmlosigkeit. Senghor kennt den Vorwurf, Emotion gegen hellenische Vernunft sei eine neue Rassenlehre, und hält an der Entgegensetzung fest, weil ohne sie nur Nachahmung bleibt. Die Gefahr ist genau diese Entgegensetzung: sie kann den Afrikaner auf Rhythmus festlegen, den Europäer auf den Begriff, und beide zu Wesen machen. Kritik hat den Präsidenten genannt, der die Eine-Partei mit Kultur begründete, die Weiblichkeit der Négritude, die zu weich gegen die Gewalt war, die Fanon in den Verdammten dieser Erde als Antwort las. Die Stärke bleibt der Satz, dass Unabhängigkeit ohne Würde der eigenen Formen eine Flagge über dem fremden Syllabus ist. Wer nach Senghor nur Lyrik sagt, hat 1964 übersprungen. Wer nur 1964 kennt, unterschlägt die Gedichte, ohne die die Prosa leer wäre.
Die Wirkung liegt in der frankophonen Unabhängigkeit, in Curricula, die Négritude als Kapitel führen, in der Académie française, die den Dichter später aufnahm und die Theorie zur Repräsentation machte. Cabral hat die Quelle als Arbeit der Bauern gelesen, nicht als Salon; Ngũgĩ hat die Zunge gegen das Französische und Englische gesetzt, das Senghor noch als Brücke dachte. Der Streit ehrt den Band. Wer nur den Staatsmann kennt, hat die Négritude als Organon nicht gelesen.
Einordnung
Ohne dieses Buch bleibt die afrikanische Unabhängigkeit eine Reihe von Flaggen ohne Kulturtheorie. In Afrikanische Unabhängigkeit steht es neben Césaire und Cabral, nicht als elftes der zehn: Versöhnung gegen Verrohung, Salon gegen Dorf. Wer nur Fanon kennt, hat 1964 nicht gelesen. Wer nur Senghor kennt, unterschlägt, dass die Quelle später härter gefasst wurde, als dieser Band sie öffnete.
Ideen
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
