Breviloquium
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Breviloquium |
| Autor(en): | Bonaventura |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Johannes |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1257 |
| Seitenanzahl: | 336 Seiten |
| Originaltitel: | Breviloquium |
| Originalsprache: | lateinisch |
| ISBN-10: | 3894113693 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783894113698 |
| Schlagwörter: | Dreifaltigkeit, Schöpfung, Sakrament, Schrift |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Rezensionen | |
Breviloquium (kurzes Wort) ist die 1257 abgeschlossene knappe Darstellung des christlichen Glaubens von Bonaventura, dem Franziskanertheologen und späteren Kardinal. Mitbrüder hatten ihn gebeten, für Ungelehrte knapp die Wahrheit der Theologie zusammenzufassen; er behandelte nicht alle Sätze, sondern die wichtigsten, mit Erklärungen nach Maßgabe der Umstände. Man hat das Buch eine kleine Summe genannt, im Vergleich zur großen des Thomas von Aquin. Es umfasst ein Vorwort über die Heilige Schrift und sieben Teile: Dreifaltigkeit, Schöpfung, Sünde, Menschwerdung Christi, Heiliger Geist, Sakramente, Jüngstes Gericht. Die Übertragung von Marianne Schlosser (Johannes Verlag, Einsiedeln und Freiburg 2002) macht den Text im Deutschen lesbar.
Inhalt
Das Buch ist gegen zwei Weisen geschrieben, Theologie zu treiben: gegen die uferlose Streitfrage, die den Glauben in Schulzank auflöst, und gegen die fromme Kürze, die nicht mehr begründet. Bonaventura will beides: kurz und begründet. Das Vorwort setzt die Schrift als Ursprung, Weg und Ziel der Theologie; sie hat Breite, Länge, Höhe und Tiefe, und die Auslegung muss diesen Maßen folgen. Theologie ist für ihn nicht eine Wissenschaft unter anderen, sondern Weisheit, die den Geist zu Gott zurückbeugt. Der erste Teil handelt von Gott als Dreifaltigkeit: Herkunft, Unterscheidung und Einheit der Personen, ohne die Schöpfung schon zu bemühen. Der zweite Teil von der Schöpfung: die Welt als Spur und Bild, die Stufen der Wesen, der Mensch als Mitte, in dem Stoff und Geist sich treffen. Nichts Geschaffenes ist aus sich böse; das ist die alte Lehre, die Augustinus in De vera religione gegen die Manichäer gewendet hatte.
Sünde, Menschwerdung, Geist, Sakramente und Gericht bilden die Heilsökonomie. Die Sünde ist Abkehr, nicht eigene Substanz; die Menschwerdung ist das Mittel, die Abkehr zu heilen, nicht ein Unfall der Geschichte. Der Heilige Geist eignet die Gnade zu; die Sakramente sind sichtbare Zeichen, die wirken, was sie bezeichnen, gehalten von der Kirche. Das Gericht schließt die Zeit und sondert. Bonaventura denkt durchweg von Christus her und von der Schrift her; die philosophischen Werkzeuge – Aristoteles, die Sentenzen, die franziskanische Armutstheologie – bleiben im Dienst dieser Mitte. Der Stil ist geordnet, fast geometrisch, von der Kürze, die der Titel verspricht, und doch dicht: jeder Satz sitzt auf einem vorausgesetzten Lehrgebäude. Wer das Breviloquium als Katechismus für Kinder liest, verfehlt die spekulative Höhe; wer es als kleine Summa gegen Thomas ausspielt, verfehlt, dass beide denselben Glauben entfalten, nur in anderem Atem.
Unsicher wird die Kürze dort, wo sie Voraussetzungen macht, die der Ungelehrte nicht hat. Bonaventura sagt selbst, er habe nur die wichtigsten Wahrheiten gewählt; die Auswahl ist die eines Magisters in Paris, nicht die eines Dorfpriesters. Die franziskanische Betonung der Armut und des Affekts – Gott nicht nur wissen, sondern lieben – färbt die Spekulation und kann als Subjektivierung gelesen werden. Gegenüber Thomas’ späterer Summe fehlt die Breite der Streitfragen; gegenüber Vinzenz von Lérins’ Commonitorium ist der Fortschritt der Lehre schon selbstverständlich geworden: entfaltet wird, was in der Schrift angelegt ist. Nikolaus von Kues hat das Buch gelesen; ein Codex in seinem Besitz bezeugt die Nachwirkung. Wer Bonaventura nur als Mystiker des Itinerariums kennt, findet hier den Schulmann; wer ihn nur als Schulmann kennt, merkt, dass die Kürze andächtig bleiben will.
Einordnung
Neben der Summa theologiae des Thomas ist das Breviloquium die andere große kurze Dogmatik des dreizehnten Jahrhunderts, franziskanisch, schriftbezogen, auf den Aufstieg des Geistes hin geordnet. Es steht in der Linie Augustins und der Sentenzen des Petrus Lombardus und bereitet Bonaventuras eigene Itinerarien vor, in denen der Geist zu Gott wandert. Die deutsche Forschung hat durch Schlosser den Text aus dem Schatten der großen Summe geholt. In der katholischen Lehre bleibt er eine Quelle der Maßverhältnisse: Schrift, Dreifaltigkeit, Sakrament, Gericht.
Missverstanden wird das Buch, wenn man »kurz« für leicht hält; die Kürze verdichtet. Missverstanden auch, wenn man es gegen Thomas als gefühlige Alternative stellt; beide teilen die Scholastik, nicht die Stimmung. Geblieben ist ein Modell, Theologie so zu sagen, dass sie in einem Band zu umfassen und doch nicht zu verflachen ist. Wer das Mittelalter nach einer Summe sucht, die man in Wochen, nicht in Jahren liest, findet sie in diesem kurzen Wort.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
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