Differenz und Wiederholung

Gilles Deleuze · 1968 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Differenz und Wiederholung
Autor(en): Gilles Deleuze
Originaltitel: Différence et répétition
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1968
Schlagwörter: Differenz, Wiederholung, Identität, Begriff
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fink


Umfang dieser Ausgabe: 408 Seiten
ISBN: 9783770527304
Verweise


Differenz und Wiederholung (französisch Différence et répétition) ist das 1968 erschienene philosophische Hauptwerk Gilles Deleuze', die große These, mit der er die Identität als abkünftige Größe setzte und die Differenz als das, was wiederholt, ohne dass ein Original vorherginge. Das Buch hat der französischen Philosophie nach 1968 das ontologische Organon gegeben; Tausend Plateaus bleibt Nachbar, nicht zweiter Slot, und das Bewegungs-Bild gehört ins Kino.

Inhalt

Deleuze kehrt die Reihenfolge um, in der die Metaphysik dachte. Nicht: erst das Identische, dann der Unterschied. Sondern: die Differenz, die sich wiederholt und so das Allgemeine erzeugt, das man für das Erste hielt. Die Wiederholung ist nicht das Nochmal des Gleichen, sie ist die Produktion des Neuen, das sich als Wiederkehr maskiert. Nietzsche, Kierkegaard, Bergson werden zu Zeugen; Hegel wird der Gegner, der die Differenz in die Widerspruchslogik zwingt und sie damit zähmt. Der Begriff, den Deleuze will, ist nicht die Abbildung eines Dings, er ist die Erzeugung einer Differenz, die das Denken verschiebt.

Das Buch ist schwer, schulmäßig in der Gelehrsamkeit, wild in der Pointe. Kapitel über die passive Synthesis, über das Bild des Denkens, das die Philosophie vor dem Denken schützt, indem sie Wiedererkennen für Denken ausgibt. Gegen Descartes’ klare Ideen setzt Deleuze das dunkle Sein, das differenziert, bevor es erscheint. Gegen Levinas’ Antlitz setzt er keine Ethik der Begegnung, sondern eine Ontologie der Intensitäten. Das Jahr 1968 steht im Erscheinungsdatum und im Furor, ohne dass das Buch eine Kampfschrift der Straße wäre. Es ist die Metaphysik, die die Straße später in Begriffen ausgab.

Tausend Plateaus, mit Guattari, hat das Denken in Geographie und Maschine übersetzt; hier steht der Solitär, der noch These ist. Wer nur die Plateaus kennt, hat die Ontologie nicht gelesen. Wer nur 1968 als Ereignis sucht, unterschlägt die Geschichte der Philosophie, ohne die Deleuze nicht schreibt. Fink hat die deutsche Ausgabe geliefert; die Aufnahme war langsamer als die der Kino-Bücher und nachhaltiger in der Metaphysik. Die Gefahr ist der Jargon der Differenz, der alles und nichts sagt. Der Text ist genauer: Er nennt Gegner und Zeugen beim Namen.

Einordnung

Deleuze hat der französischen Philosophie das Buch gegeben, das Differenz nicht als Mode, sondern als Erste Philosophie setzt – anders als Levinas, der die Ethik an dieselbe Stelle rückt. Neben der Grammatologie, die die Schrift verschiebt, und der Ordnung der Dinge, die das Wissen epochal bricht, steht dieser Band als die Ontologie der Wiederholung. Die Wirkung liegt in der Ästhetik, in der politischen Theorie der Menge, in jedem Seminar, das Identität für verdächtig hält. Wer nach 1968 Differenz sagt und nicht nur Abweichung meint, spricht dieses Buch. Das Bewegungs-Bild bleibt das andere Werk desselben Autors, ohne hier den Platz zu belegen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.