Überwachen und Strafen

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Überwachen und Strafen
Autor(en): Michel Foucault
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1975
Seitenanzahl: 400 Seiten
Originaltitel: Surveiller et punir
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3518387715
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518387719
Schlagwörter: Gefängnis, Disziplin, Körper, Panoptikum
Sachgebiete: Sachbuch, Gesellschaftstheorie
Rezensionen

Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses (französisch Surveiller et punir) ist die 1975 erschienene Untersuchung von Michel Foucault. Das moderne Gefängnis ist keine Humanisierung der Strafe – es ist eine neue Technik, Körper zu richten.

Inhalt

Foucault beginnt mit der öffentlichen Zerstückelung des Königsmörders Damien 1757 und springt zu den Hausordnungen der Gefängnisse achtzig Jahre später: Statt Marter am Körper die Zeit, der Stundenplan, die Arbeit, die Seele. Die Aufklärung hat das Spektakel der Strafe abgeschafft und die Disziplin erfunden. Kaserne, Schule, Fabrik, Hospital und Gefängnis gehorchen derselben Mikro-Physik der Macht: Prüfung, Norm, Registrierung, der Blick, der sieht, ohne gesehen zu werden.

Das Panoptikum Jeremy Benthams – ein Rundbau, in dem ein Aufseher alle Insassen sehen kann – wird zum Diagramm der modernen Gesellschaft. Macht ist hier nicht Besitz einer Klasse, sondern eine Strategie, die durch Institutionen läuft und Subjekte erst herstellt: den Häftling, den Schüler, den Soldaten, den Kranken. Strafen zielt nicht mehr auf die Sühne, sondern auf die Zurichtung der Abweichung.

Foucault hat 1970 mit Gilles Deleuze die Gruppe zur Information über die Gefängnisse gegründet; das Buch kommt aus dieser Arbeit, nicht aus der Studierstube allein. Es endet nicht mit einer Reform. Es endet mit der Frage, warum wir die Gefängnisform für selbstverständlich halten.

Einordnung

Kein Buch der siebziger Jahre hat die Geisteswissenschaften so umgedreht. Neben Edward Saids Orientalismus und Max Horkheimers und Theodor W. Adornos Dialektik der Aufklärung steht es als Analyse der Macht, die nicht von oben kommt, sondern durch uns hindurch. Die Überwachungsdebatte des Internets hat Foucaults Panoptikum wieder wörtlich genommen; Shoshana Zuboffs Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus ist eine späte Fortsetzung mit anderen Mitteln.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.