Zwangsgeräumt

Matthew Desmond · 2016 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Zwangsgeräumt
Autor(en): Matthew Desmond
Originaltitel: Evicted: Poverty and Profit in the American City
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2016
Schlagwörter: Wohnung, Armut, Räumung, Stadt
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Ullstein


Umfang dieser Ausgabe: 544 Seiten
ISBN: 9783550050275
Verweise


Zwangsgeräumt. Armut und Profit in der Stadt (englisch Evicted) ist das 2016 erschienene Buch von Matthew Desmond, deutsch 2018 bei Ullstein. Es beschreibt die Zwangsräumung in Milwaukee nicht als Folge der Armut, sondern als eines ihrer Geschäfte.

Inhalt

Desmond hat 2008 und 2009 in Milwaukee gelebt, im Trailerpark und in den schwarzen Mietskasernen, und acht Haushalte so lange begleitet, bis Räumung nicht mehr als Unfall erscheint. Alleinerziehende Mütter zahlen mehr als die Hälfte des Einkommens für Räume ohne Heizung, mit Ungeziefer, mit Vermieterinnen, die rechnen und freundlich bleiben, solange die Rechnung aufgeht. Das Gericht, vor dem Räumung Routine ist, die Truppe, die das Sofa auf die Straße stellt, die nächste Adresse, die schon denselben Kreislauf kennt: das Buch montiert Szenen, in denen das Zuhause zur Ware wird, und Fußnoten, in denen die Ware zur Statistik wird. Arleen, Scott, Larraine, die Vermieterin Sherrena – Namen, an denen sichtbar wird, dass Armut hier nicht das Fehlen von Tugend ist, sondern ein Markt mit Angebot und Nachfrage.

Die These ist scharf. Räumung erzeugt die Unordnung, als deren Strafe sie auftritt: den Schulwechsel, den Verlust der Arbeit, die Depression, die nächste versäumte Miete. Desmond zeigt Vermieter, die an der Not verdienen, ohne sie erfunden zu haben, und eine Politik, die Sozialwohnungen so knapp gehalten hat, dass der freie Markt die Ärmsten nicht trägt, sondern verwertet. Er schreibt als Soziologe, der einzieht, ohne sich zu verkleiden, und als Erzähler, der die Zahl nicht der Figur opfert. Die neunzig Seiten Anmerkungen sind kein Anhang für Spezialisten. Sie sind der Nachweis, dass die Szenen halten.

Der Pulitzerpreis 2017, die National Book Critics Circle, das später gegründete Eviction Lab in Princeton: die Wirkung liegt in der Verschiebung der Rede. Wer nach Desmond über Armut in den amerikanischen Städten spricht, ohne die Wohnung, spricht hinter diesem Band. Kritik hat die acht Haushalte für zu literarisch, Milwaukee für zu besonders, die Vermieterinnen für zu scharf gezeichnet gehalten. Die Daten, die das Labor seither gesammelt hat, haben die Besonderheit nicht bestätigt. Wallraff ging als Ali in die Schicht; Desmond bleibt der Forscher, der die Schicht nicht spielt, sondern bewohnt. Wer nur Obdachlosigkeit sagt, hat die Räumung nicht gesehen, die ihr vorausgeht. Wer nur Mitleid will, hat Sherrena nicht gelesen, die rechnet.

Einordnung

Neben Ganz unten, das die Fabrik als Verbrauch des Ausländers öffnet, steht Desmond als der amerikanische Fall der Enthüllung durch Nähe: nicht das Kostüm, das Einziehen. In den einflussreichsten investigativen Sachbüchern ist dies der Band, in dem Armut als Wohnungsmarkt erscheint. Wer nur Klasse sagt, hat die Tür nicht gesehen, vor der das Gericht schon war.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die einflussreichsten investigativen Sachbücher (Wirkungsgeschichte)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

Soziologie entdecken