Wissenschaftslehre nova methodo

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Wissenschaftslehre nova methodo
Autor(en): Johann Gottlieb Fichte
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Meiner
Serie: Philosophische Bibliothek
Erscheinungsjahr: 1796
Seitenanzahl: 278 Seiten
Originaltitel: Wissenschaftslehre nova methodo
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3787311599
ISBN-13/

EAN-Code:

9783787311590
Schlagwörter: Ich, Wissenschaftslehre, Freiheit, Aufforderung
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Die Wissenschaftslehre nova methodo ist der zweite Systementwurf von Johann Gottlieb Fichte, vorgetragen in drei Jenaer Wintersemestern 1796/97, 1797/98 und 1798/99. Fichtes Manuskript ist weitgehend verloren; Einleitung und erster Paragraph erschienen als Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre. Das Ganze überliefern Nachschriften, vor allem die von Karl Christian Friedrich Krause aus dem Winter 1798/99, die Erich Fuchs im Meiner Verlag herausgegeben hat. Die neue Methode knüpft an die Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre an und will Unklarheiten der Grundlage beheben, indem sie den Gedankengang vom praktischen Ich her führt. Das Kolleg zählt, weil es Theorie und Praxis nicht mehr trennt, sondern die Philosophie als eine fasst.

Inhalt

Fichte schreibt gegen zwei Missverständnisse der Grundlage: gegen den Vorwurf, das Ich sei ein Ding, und gegen die Schulschwierigkeit, dass der theoretische Teil den praktischen nach sich ziehe, als wäre die Freiheit ein Anhang der Vorstellung. Die neue Darstellung beginnt beim Handeln. Das Ich findet sich als frei, und es findet sich nur, indem es sich ein Ziel setzt und an einem Widerstand arbeitet. Die Aufforderung durch ein anderes vernünftiges Wesen wird zum Schlüssel: Freiheit wird nicht am Gegenstand entdeckt, sondern am Anspruch eines anderen, der mich als frei behandelt und Freiheit von mir verlangt. Damit tritt die Intersubjektivität, die in der Grundlage nur am Rand vorkam, in die Mitte des Systems. Der Weg ist genetisch: Fichte lässt das Ich vor den Hörern entstehen, statt Grundsätze voranzustellen und abzuleiten.

Die Behauptung entfaltet sich als Durchgang durch Vermögen und Welt. Anschauung, Begriff, Urteil und die Kategorien werden so entwickelt, dass sie Weisen sind, in denen das Ich sein Handeln für sich sichtbar macht. Das Nicht-Ich bleibt Widerstand und Aufgabe, nicht ein zweites Absolutes. Der Leib erscheint als Werkzeug der Freiheit in der Sinnenwelt; Recht und Sittlichkeit folgen, weil Freiheit nur unter mehreren Freiheiten Bestand hat. Fichte bemüht sich um eine Sprache, die weniger formelhaft ist als 1794, und um eine Ordnung, die den Hörer nicht mit drei Grundsätzen überfällt. Die Zäsur, die Fuchs betont, liegt darin, dass Philosophie nicht länger in Theorie und Praxis zerfällt. Wer das Kolleg als bloße Wiederholung der Grundlage liest, verfehlt die Verschiebung: das praktische Ich ist nicht der zweite Teil, sondern der Anfang.

Unsicher wird der Text, wo er nur als Nachschrift existiert. Eschen, die Hallesche Nachschrift und Krause weichen voneinander ab; der genaue Wortlaut Fichtes bleibt eine Rekonstruktion. Gegner haben schon die Grundlage als Spekulation ohne Welt gescholten; die nova methodo antwortet darauf und bleibt Spekulation, nur von der Freiheit her. Der Atheismusstreit von 1799 hat Fichte aus Jena vertrieben, bevor eine autorisierte Buchfassung entstehen konnte. Der Ton der Nachschrift ist der des Hörsaals: Wiederholung, Frage, plötzliche Klarheit. Gegenposition bleibt Immanuel Kant, der praktische und theoretische Vernunft in zwei Kritiken auseinanderhielt, und Friedrich Heinrich Jacobi, der im Ich den Nihilismus witterte. Fichte beharrt darauf, dass ohne Tathandlung kein Wissen ist, und dass ohne Aufforderung keine Freiheit gewusst wird.

Einordnung

Zwischen der Grundlage von 1794 und den Berliner Fassungen nach 1800 ist die nova methodo die Jenaer Reife: methodisch bewusster, der Freiheit näher, handschriftlich prekär. Die Akademieausgabe hat die Nachschriften in den Bänden IV,2 und IV,3 zugänglich gemacht; die Meiner-Ausgabe von Krauses Kolleg ist die lesbare Form. Der Weg vom System der Grundsätze zum System der Freiheit führt durch dieses Kolleg. Die Wirkung auf Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Georg Wilhelm Friedrich Hegel lief vor allem über die gedruckte Grundlage; die nova methodo ist eine Entdeckung des zwanzigsten Jahrhunderts.

Geblieben ist die Aufforderung als Schwelle zum anderen Ich. Wer über Intersubjektivität im Deutschen Idealismus, über Leib und Recht bei Fichte spricht, stößt auf die neue Methode, auch wo nur die Nachschrift spricht. Der Text hat den atemlosen Jenaer Winter bewahrt. Er ersetzt die Grundlage nicht und macht sichtbar, warum Fichte sie umschreiben musste.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.