Was ist eine Nation
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Was ist eine Nation |
| Autor(en): | Ernest Renan |
| Originaltitel: | Qu’est-ce qu’une nation ? |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1882 |
| Schlagwörter: | Nation, Gedächtnis, Wille, Abstammung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | |
| Erscheinungsort: | Qu’est-ce qu’une nation ? |
| Umfang dieser Ausgabe: | 48 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Was ist eine Nation? ist die am 11. März 1882 an der Sorbonne gehaltene Vorlesung Ernest Renans, im selben Jahr gedruckt. Renan antwortet auf die deutsche Lehre, Nation sei Sprache, Blut, Boden, und auf den Streit um Elsass-Lothringen nach 1871. Die Nation sei eine Seele, ein geistiges Prinzip: gemeinsam vergessen, gemeinsam gelitten haben, und die tägliche Abstimmung, so leben zu wollen. Das schmale Heft ist die nüchternste Gründungsschrift des politischen Nationalismus – und bleibt eine Schrift der Nation, nicht ihre Abschaffung.
Inhalt
Renan prüft die Kandidaten, aus denen man Völker zimmern wollte, und verwirft sie der Reihe nach. Rasse hält der Philologe nicht aus: die Geschichte Europas ist Mischung. Sprache bindet und trennt nicht zwingend; die Schweiz spricht drei und ist eine Nation, Lateinamerika spricht eine und ist viele. Religion, einst das stärkste Band, hat in der Moderne aufgehört, Staaten zu schneiden. Geographie, der Rhein, das Gebirge: Grenzen erklären, warum Heere haltmachen, nicht warum Menschen sich ein Volk nennen. Was bleibt, ist das Gedächtnis – und das Vergessen. Eine Nation muss vieles vergessen können, die Bartholomäusnacht, die Südfranzosen des 13. Jahrhunderts, sonst hält das Wir nicht.
Das zweite Element ist die Gegenwart: das Einverständnis, das Leben miteinander fortzusetzen. Renan nennt es eine tägliche Abstimmung. Der Satz ist berühmt und gefährlich milde. Er klingt nach Wahl, als könnte man am Morgen austreten. Renan meint die sittliche Person, die bleibt, weil sie will, nicht weil das Blut sie zwingt. Gegen Fichtes lebendige Sprache setzt er den Willen; gegen die Annexion, die ein Volk bei der Sprache packt, die Zustimmung der Betroffenen. Elsass-Lothringen steckt in jedem Absatz, ohne immer genannt zu sein.
Unsicher bleibt, wen die Abstimmung meint. Frauen, Kolonisierte, die Armen der Republik kommen als Stimmvolk nicht vor. Renan spricht als Weiser der Dritten Republik, der das Reich in Indochina und Afrika nicht zur Probe seiner Definition macht. Die Vorlesung ist anti-völkisch und doch national: sie rettet die Nation, indem sie sie vergeistigt. Wer nur den liberalen Renan kennt, hat den Orientalisten nicht gelesen, der in anderen Schriften Semiten und Arier noch mit Charakter versah. Wer nur den Rassentheoretiker sucht, hat diese Vorlesung nicht gelesen, die das Blut ausdrücklich verwirft.
Einordnung
Das Heft ist die Gegengründung zu Fichtes Reden und zu Herders Volksgeist: Nation als Wille, nicht als Ursprache. Anderson hat ein Jahrhundert später die vorgestellte Gemeinschaft beschrieben; Renan hatte die Vorstellung schon als Pflicht zum Vergessen formuliert. Wer nach 1882 über Nation spricht, ohne diese Abstimmung, spricht hinter Renan oder gegen ihn – oft mit seinem Satz, gegen seine Republik. Die Bookpedia braucht den Titel, weil der Nationalismus sonst nur deutsche Reden und italienische Pflichten hätte, nicht die französische Nüchternheit, die denselben Kult anders bindet.
Essays
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Der Nationalismus in zehn Büchern (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.