Autor:Walter Rodney
Walter Rodney (1942–1980), in Georgetown in Britisch-Guayana geboren, hat die Armut Afrikas als Werk Europas geschrieben, nicht als Natur des Kontinents. Wie Europa Afrika unterentwickelte macht aus Unterentwicklung eine Tat.
Leben
Arbeiterhaushalt, Stipendien, Londoner Dissertation über den Sklavenhandel an der oberen Guineaküste, Lehre in Daressalam, 1968 die Ausweisung aus Jamaika, die Unruhen hinterließ. Der Umweg über das ostafrikanische Seminar erklärt das Buch: Wer in Tansania unter Nyerere lehrt und die Archive der Zwangsarbeit liest, schreibt keine Fußnote zur europäischen Wirtschaftsgeschichte, sondern ihre andere Hälfte. 1974 verweigerte Guyana den Lehrstuhl; Rodney blieb und organisierte. 1980 zerriss ihn in Georgetown eine Bombe in einem Funkgerät.
Wirkung
Rodney hat Entwicklung und Unterentwicklung als ein Verhältnis gesetzt: der Reichtum Europas ist nicht neben Afrikas Armut entstanden, sondern durch sie. Sklavenhandel, Kolonialwirtschaft, die Ausfuhr unverarbeiteter Stoffe – das sind keine Episoden, sie sind die Rechnung. Gegen die Legende vom verspäteten Kontinent setzt das Buch die Geschichte einer Enteignung.
In Afrika und der Karibik wurde es zum Handbuch; in Europa oft gekürzt oder als Pamphlet abgetan. Die deutsche Erstfassung von 1973 strich genau die marxistische Schärfe. Wer Rodney nur als Märtyrer führt, unterschlägt die Analyse; wer nur die Analyse kennt, unterschlägt, dass sie ihn das Leben kostete.
Werke
In Auswahl außerdem: A History of the Upper Guinea Coast, The Groundings with My Brothers.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.