Von der Erde zum Mond

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Von der Erde zum Mond
Autor(en): Jules Verne
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1865
Seitenanzahl: 349 Seiten
Originaltitel: De la Terre à la Lune
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 342313643X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423136433
Schlagwörter: Mond, Kanone, Baltimore, Berechnung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Von der Erde zum Mond ist ein Roman von Jules Verne, 1865 bei Hetzel in Paris erschienen, deutsch zuerst 1873. Der französische Titel De la Terre à la Lune verspricht die Fahrt; das Buch erzählt vor allem die Vorbereitung: Verein, Kanone, Geld, Ort, Mathematik. Verne hat den Mondflug um ein Jahrhundert vorweggenommen und ihn als amerikanisches Vereinsunternehmen geschrieben, nicht als Einsiedlertraum. Die Satire auf den Waffenstolz nach dem Sezessionskrieg trägt so weit wie die ballistischen Tabellen. Die eigentliche Reise liefert erst die Fortsetzung Reise um den Mond von 1870; wer nur den ersten Band liest, steht am Abschuss.

Inhalt

Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg sitzt der Baltimore Gun Club ohne Feind da. Der Präsident Impey Barbicane schlägt vor, eine Kugel zum Mond zu schießen, um die Kunst der Ballistik nicht verkommen zu lassen. Der Club, voller Männer mit fehlenden Gliedmaßen und überschüssiger Begeisterung, nimmt den Plan an. Zeitungen, Wetten und Aktien folgen. Der Hauptgegner ist Captain Nicholl, Schildmacher und Rivale, der gegen die Durchschlagskraft der Geschütze gewettet hat und nun gegen die Mondkugel wettet. Barbicane setzt eine Kanone von ungeheurer Länge durch, die Columbiad, und eine Aluminiumkugel. Verne häuft Zahlen, Winkel, Pulvermengen und lässt die Leser mitrechnen, als säßen sie im Club.

Als Standort wird Florida gewählt, Tampa, nach einem Streit mit Texas, der wie ein zweiter Krieg um den Abschussort geführt wird. Arbeiter, Gießerei, Spektakel: Die Nation schaut zu, Europa schickt Glückwünsche und Zweifel. Mitten in die Vorbereitungen platzt ein Telegramm aus Paris: Michel Ardan, ein Franzose mit Phantasie und Mut, will in der Kugel mitfliegen. Barbicane und Nicholl, die sich duellieren wollten, werden Mitfahrer; aus dem Geschoss wird eine Kabine mit Hunden, Vorrat und Fenster. Ardan hält in einer Versammlung Reden, die den Mond bewohnbar und die Fahrt selbstverständlich machen. Verne hat den Ingenieur, den Zweifler und den Schwärmer in eine Kugel gesetzt, ohne einen davon zum Narren zu machen.

Der Abschuss gelingt. Die Columbiad speit die drei Männer samt Tieren in den Himmel; das Buch endet mit dem Geschoss, das auf den Mond zielt, und mit der Erde, die nachrechnet, ob die Bahn stimmt. Die Landung, die Umrundung, die Rückkehr ins Meer – das gehört der Fortsetzung. Verne hat den ersten Band als öffentliche Arbeit geschrieben: Vereinsbeschlüsse, Subskription, Guss, Fest. Der Mond ist das Ziel, Amerika der Schauplatz, die Kanone das Mittel. Wer Spannung nur als Verfolgung kennt, findet hier Sitzungen und Tabellen; die Spannung liegt darin, ob die Rechnung die drei Männer trägt. Sie trägt sie bis an den Rand der Atmosphäre. Was dahinter liegt, hat Verne sich für den nächsten Band aufgehoben.

Einordnung

Verne steht am Beginn des wissenschaftlich-phantastischen Romans, näher bei der Ingenieursprosa als bei der Märchenfahrt. Die Columbiad in Florida, die Aluminiumkugel, die Rechenarbeit – vieles davon hat die spätere Raumfahrt in verwandelter Form eingeholt, ohne dass man Verne zum Propheten stempeln müsste. Er hat den Mondflug als Vereins- und Aktienunternehmen gedacht, als Fortsetzung des Kriegs mit anderen Mitteln, und genau darin liegt die Satire, die neben 20.000 Meilen unter dem Meer und Reise um die Erde in 80 Tagen oft übersehen wird. Barbicanes Club schießt, weil er nichts anderes mehr zu schießen hat. Der Franzose Ardan bringt die Poesie, ohne die der Amerikaner nur kalibriert.

Die dtv-Ausgabe in der Übersetzung von Volker Dehs hält die Illustrationen der französischen Originalausgabe und den Witz, den ältere Übertragungen oft geglättet haben. Verfilmungen und spätere Weltraumerzählungen haben aus dem Stoff Abenteuer gemacht; das Buch bleibt zur Hälfte ein Bericht über Geld, Guss und Öffentlichkeit. Der offene Schluss ist keine Schwäche, sondern der Vertrag mit Hetzel: Es sollte weitergehen. Wer Verne nur als Jugendautor führt, unterschlägt die Ironie auf den Fortschritt, der sich selbst feiert, während drei Männer in einer Kugel sitzen und hoffen, dass die Mathematik freundlich bleibt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.