Unruhig bleiben
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Unruhig bleiben |
| Autor(en): | Donna Haraway |
| Originaltitel: | Staying with the Trouble |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2016 |
| Schlagwörter: | Verwandtschaft, Erde, Erzählung, Chthuluzän |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kulturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Campus
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| Umfang dieser Ausgabe: | 350 Seiten |
| ISBN: | 9783593508283 |
| Verweise | |
Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän erschien 2016, deutsch 2018 bei Campus. Donna Haraway schreibt gegen zwei Auswege aus der irdischen Krise: den Glauben, Technik werde uns retten, und den Glauben, es sei schon zu spät. Unruhig bleiben heißt, in der Beschädigung zu arbeiten, ohne Erlösung und ohne Untergang als Alibi.
Inhalt
Haraway stellt dem Anthropozän – der Epochentaufe, die den Menschen als geologische Kraft in die Mitte setzt – andere Namen entgegen. Kapitalozän benennt die Ökonomie, die den Schaden organisiert. Chthuluzän, mit Absicht unheimlich und nicht nach Lovecrafts Monster, benennt die irdischen Mächte, die Geflechte aus Menschen, Tieren, Mikroben, Maschinen, in denen Verantwortung nicht beim souveränen Subjekt endet. Verwandtschaft machen, nicht nur gebären: Die Formel verschiebt Reproduktion von der Genealogie auf Praktiken des Umsorgens, des Mit-Werdens. Tauben, Spinnen, Korallen, die Geschichten der Science-Fiction werden zu Denkwerkzeugen, nicht zu Schmuck. Die Erzählung ist selbst eine Praxis, die Welten bewohnbar oder unbewohnbar macht.
Das Buch ist Essay, Theorie und Fabel in einem, dichter und spielerischer als das Cyborg-Manifest, das in Die Neuerfindung der Natur steht. Wer Haraway nur als Ironikerin der Technik kennt, trifft hier eine Autorin der Sorge: nicht sanft, sondern anspruchsvoll. Die Kritik am Humanismus bleibt, die Absage an den reinen Ursprung auch; neu ist die Weigerung, die Katastrophe als Zuschauerstück zu nehmen. Die Fadenspiele werden zur Methode: weitergeben, nicht besitzen. Die Gefahr ist die Kalifornien-Formel, die aus Verwandtschaft eine Stimmung macht. Haraway insistiert auf dem Ärgernis: Unruhe ist Arbeit, kein Lebensstil.
Die deutsche Ausgabe traf auf Seminare, die bereits Cyborg und situiertes Wissen kannten und nun die Erde als Mitspielerin brauchten. Die Umweltgeisteswissenschaften haben den Band schnell genommen, oft neben Anna Lowenhaupt Tsings Der Pilz am Ende der Welt, der die Ruine ethnographisch macht, während Haraway sie erzählend bewohnbar halten will. Die Kritik nannte das zu verspielt für das Sterben der Arten. Wer nur die Fabeln liest, unterschlägt die Ontologie. Wer nur die Ontologie kennt, unterschlägt, dass hier Geschichten die Theorie tragen.
Einordnung
Ohne dieses Buch bleibt Haraway die Autorin eines Manifests von 1985. Unruhig bleiben ist die späte, irdische Wendung derselben Weigerung, Natur gegen Kultur zu setzen. Wer nach 2016 vom Anthropozän spricht, ohne zu fragen, welche Verwandtschaften es zerstört und welche es noch erlaubt, spricht hinter diesem Band.
Ideen
Anthropozän (zentral)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
