Autor:Michail M. Bachtin
Michail M. Bachtin (1895–1975), in Orjol geboren, hat den Roman als Vielstimmigkeit und das Lachen als Volksgeschichte gelesen. Rabelais und seine Welt holt Karneval, Markt und Groteske aus dem Keller der hohen Literatur.
Leben
Petrograd, der Kreis, die Verhaftung, das Exil in Kasachstan, späte Rehabilitierung. Der Umweg erklärt das Buch: Wer jahrzehntelang nicht drucken darf, schreibt eine Gegenkultur, die offizielle Sprache nicht braucht. Das Rabelais-Buch entstand in den dreißiger und vierziger Jahren und erschien 1965. Bachtin starb 1975 in Moskau.
Wirkung
Bachtin hat Dialogizität und Karneval zu Werkzeugen gemacht, ohne die der Roman des 20. Jahrhunderts oft nur Form oder nur Ideologie blieb. Gegen den einen Sinn setzt er die Stimmen; gegen die offizielle Kultur setzt er den Leib, der frisst, lacht und stirbt. Die westliche Literaturtheorie hat ihn in den siebziger Jahren entdeckt und oft zum Slogan verdünnt.
Gelesen wird das Buch als Befreiung und als Ethnographie des Lachens. Wer Bachtin nur als Karneval kennt, unterschlägt Dostojewskij und das Wort, das fremde Worte in sich trägt. Wer nur die Theorie kennt, unterschlägt Rabelais.
Werke
- Rabelais und seine Welt (1965)
In Auswahl außerdem: Probleme der Poetik Dostoevskijs, Die Ästhetik des Wortes.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.