System des transzendentalen Idealismus

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling · 1800 · Sachbuch, Philosophie
Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: System des transzendentalen Idealismus
Autor(en): Friedrich Wilhelm Joseph Schelling


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1800
Schlagwörter: Selbstbewusstsein, Einbildungskraft, Organon, Kunst
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Meiner


Umfang dieser Ausgabe: 323 Seiten
ISBN: 9783787311838
Verweise


System des transzendentalen Idealismus ist das 1800 in Tübingen bei Cotta erschienene Buch von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Es erzählt die Geschichte des Selbstbewusstseins vom Gefühl bis zur Kunst und setzt das Kunstwerk als Organon der Philosophie: dort fällt zusammen, was Denken und Natur getrennt halten.

Inhalt

Schelling nimmt Johann Gottlieb Fichtes Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre beim Wort und kehrt sie um. Fichte setzt das Ich und lässt die Natur als Widerstand erscheinen; Schelling will zeigen, dass dieselbe Intelligenz, die im Ich zu sich kommt, in der Natur schon produktiv gewesen sein muss. Der transzendentale Idealismus ist deshalb eine Geschichte: Das Bewusstsein steigt von der Empfindung zur produktiven Anschauung, zur Reflexion, zum Willen. Jede Stufe hebt eine Schranke auf, die sie selbst gesetzt hat. Wer nur das fertige Ich nimmt, hat den Weg unterschlagen, auf dem es Ich wurde.

Die Einbildungskraft trägt diesen Weg. Sie ist nicht Schmuck des Künstlers, sondern das Vermögen, durch das die Intelligenz anschaut, was sie selbst hervorbringt, ohne es schon als das Ihre zu wissen. In der Naturphilosophie, die Schelling parallel schrieb, ist die Natur sichtbarer Geist; hier ist der Geist unsichtbare Natur. Beide Hälften sollen dasselbe sagen. Der praktische Teil führt den Willen, die Geschichte, die Ahnung einer Vorsehung ein, die das Handeln der Einzelnen zu einem Ganzen fügt, ohne ihre Freiheit zu streichen. Geschichte wird zur fortschreitenden Offenbarung des Absoluten – noch nicht Hegels Gang der Gestalten, aber schon die Zumutung, dass Freiheit eine Geschichte hat.

Unsicher bleibt der Schluss, und Schelling macht aus der Unsicherheit das Argument. Philosophie als Begriff erreicht die Identität von Bewusstem und Unbewusstem nicht; sie erzählt sie. Im Kunstwerk ist diese Identität anschaubar: Der Künstler produziert bewusst, und doch ist im Gelingen mehr, als er gewollt hat. Deshalb ist die Kunst das Organon und Dokument der Philosophie, nicht ihre Anwendung. Wer das System nur als Brücke von Fichte zu Hegel liest, verfehlt, dass 1800 die Kunst den Schlussstein legt, nicht die Logik. Wer nur die Kunstphilosophie nimmt, verfehlt den langen Aufstieg des Selbstbewusstseins, ohne den das Kunstwerk eine Verzierung wäre. Der Ton ist schulmäßig und an den Gelenken kühn; Jena spricht noch, Berlin noch nicht.

Einordnung

Zwischen Fichtes Wissenschaftslehre und Hegels Phänomenologie des Geistes steht das System als der Versuch, Natur und Freiheit in einer Geschichte des Ich zu halten, ohne die Natur zum bloßen Nicht-Ich zu machen. Die romantische Kunstlehre hat hier ihr philosophisches Organon gefunden, die Identitätsphilosophie ihre Vorform, Heideggers spätere Schelling-Vorlesung einen anderen Text. Wer nach 1800 über das Kunstwerk als Erkenntnis spricht, spricht hinter diesem Band oder gegen ihn; die Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit von 1809 werden denselben Schelling dunkler und härter machen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.