Stefan Heym (1913–2001), in Chemnitz als Helmut Flieg geboren, hat dem 17. Juni 1953 den Roman gegeben, den die DDR zwei Jahrzehnte nicht drucken wollte. Fünf Tage im Juni erzählt den Aufstand der Arbeiter nicht als Putsch aus dem Westen, sondern als Bruch im eigenen Lager.
Leben
Jüdische Kaufmannsfamilie, Verweis vom Gymnasium, Prag, Chicago, die US-Armee, die Ritchie Boys. Der Umweg ist diese doppelte Herkunft: Wer 1953 aus dem McCarthy-Amerika nach Ost-Berlin kommt, bringt den Sozialismus als Entscheidung mit, nicht als Erbschaft. Nationalpreis, Kolumnen, dann der Streit um das Manuskript vom Juni 1953. Er starb am Toten Meer, nach einem Heine-Gespräch in Jerusalem.
Wirkung
Heym hat den Zeitroman als Montage aus Akten, Funk und Erfindung geschrieben. Die Partei wollte den 17. Juni als faschistischen Putsch; das Buch zeigt Gewerkschafter, die die Normerhöhung für falsch halten und den Streik trotzdem nicht wollen. Das ist unbequemer als die westdeutsche Siegesmeldung und unbequemer als die ostdeutsche Lüge. Collin und Schwarzenberg bleiben Nachbarn; hier zählt der Juni, weil an ihm die Druckgenehmigung am längsten versagt hat.
Nach 1989 sprach er auf dem Alexanderplatz, zog in den Bundestag, legte das Mandat nieder. Die Nachwelt hat ihn zum Dissidenten und zum Staatsdichter gemacht, beides zu glatt. Wer nur den Heimkehrer sucht, hat den Roman nicht gelesen, den Ost und West lange nicht wollten.
Werke
- Fünf Tage im Juni (1974)
In Auswahl außerdem: Der König David Bericht, Collin, Schwarzenberg.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
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