Fünf Tage im Juni

Stefan Heym · 1974 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Fünf Tage im Juni
Autor(en): Stefan Heym
Originaltitel: 5 Tage im Juni
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1974
Schlagwörter: 17. Juni, Arbeiter, Gewerkschaft, Normerhöhung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bertelsmann


Umfang dieser Ausgabe: 384 Seiten
ISBN: 9783442723553
Verweise


Fünf Tage im Juni ist der Roman von Stefan Heym über den Aufstand vom 17. Juni 1953, 1974 bei Bertelsmann in München erschienen, in der DDR erst 1989 im Buchverlag Der Morgen. Der Arbeitstitel lautete Der Tag X. Heym, 1953 gerade aus den Vereinigten Staaten nach Ost-Berlin gekommen, hat den Juni aus Akten, Funksprüchen und einer erfundenen Belegschaft montiert. Kein Ostverlag bekam die Druckgenehmigung: Die Partei wollte den faschistischen Putsch aus dem Westen, nicht den Gewerkschafter, der die Normerhöhung für falsch hält.

Inhalt

Martin Witte ist Vorsitzender der Betriebsgewerkschaft im Volkseigenen Betrieb Merkur. Der Ministerrat hat die Normen um zehn vom Hundert erhöht; Parteisekretär Banggartz tadelt Wittes Zweifel. Auf dem Sommerfest spricht Banggartz statt seiner. In der Nacht kommt der betrunkene Kollege Kallmann auf Wittes Zimmer bei Frau Hofer und der Schwiegertochter Anna und will wissen, auf welcher Seite der Gewerkschafter steht, wenn die Arbeiter ausgebeutet werden. Anna will weg; ihr Mann ist aus dem Westen zurück. Witte bringt sie bei der Kollegin Greta unter.

Witte wird beurlaubt, von der Staatssicherheit befragt, weil er die Leitung vor dem Streik warnen wollte. Im Betrieb prügelt man auf Banggartz ein; Kallmann trennt die Prügelnden und wird später Sprecher einer Delegation, weil er parteilos ist. Witte holt die Abteilungsgewerkschaften zusammen: Die Gewerkschaft solle den Bruch zwischen Arbeitern und Partei verhindern. Die Delegation unterbricht die Sitzung und droht mit Streik. Witte verspricht, zum Ministerium zu fahren, wenn die Belegschaft an die Arbeit zurückgeht. Unterwegs halten ihn demonstrierende Bauarbeiter auf. Die Regierung nimmt die Normerhöhung zurück; im Merkur kommt die Nachricht zu spät.

Die Belegschaft strömt auf die Straße, andere Betriebe schließen sich an, sowjetisches Militär stellt die Züge. Das Buch mischt die Stundenprotokolle mit Beschlüssen, Zeitungsstücken, Radiosendungen; wo die Stripperin Goodie Cass denkt, läuft der Satz ohne Punkt. Ein Jahr später sitzt Witte, inzwischen mit Anna verheiratet, vor dem neuen Parteisekretär Sonneberg und unterschreibt, um keinem Verfahren zu entgehen. Der Aufstand ist vorbei; die Partei hat die Deutung zurück.

Einordnung

Heym hat den 17. Juni weder der westdeutschen Legende vom Volksaufstand noch der ostdeutschen Legende vom Putsch überlassen. Witte ist widersprüchlich: gegen die Norm, für den Betrieb, am Ende nachgiebig. Zachau hat dem Buch mangelnde Analyse vorgeworfen; die Westkritik las oft die Entstehungsgeschichte statt der Kapitel. Beides trifft eine Schicht und verfehlt die Montage, die aus dreitausend Seiten Material einen Zeitroman macht. Herbert Krämer hat die Publikationsgeschichte einen dreißigjährigen Krieg gegen ein Buch genannt.

Im Essay Ohne Druckgenehmigung steht der Band als der Fall, an dem sich die Hauptverwaltung Verlage am längsten versagt hat. Neben Rummelplatz, der denselben Juni am Ende hat, ist Heym die dokumentarische Stimme, Bräunig die erzählte Wismut. Wer den 17. Juni nur aus der westdeutschen Feiertagsrede kennt, hat Witte nicht gesehen, der den Streik aufhalten will und ihn nicht aufhält.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Ohne Druckgenehmigung (Wirkungsgeschichte)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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