Slightly Out of Focus

Robert Capa · 1947 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Slightly Out of Focus
Autor(en): Robert Capa
Originaltitel: Slightly Out of Focus
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1947
Schlagwörter: Krieg, Fotografie, Mythos, Reportage
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Henry Holt


Umfang dieser Ausgabe: 243 Seiten
ISBN: 9780375753961
Verweise


Slightly Out of Focus ist die 1947 bei Henry Holt in New York erschienene Kriegserinnerung von Robert Capa. Eine kanonische deutsche Ausgabe des Textes hat sich nicht festgesetzt; der Band wirkt unter dem englischen Titel. Capa erzählt den Zweiten Weltkrieg als unmittelbare Erfahrung und als fotografische Erzählung, in der Abenteuer, Bilder und Selbstdarstellung dieselbe Geschichte sind. Der Satz, unscharfe Bilder seien besser als scharfe Erinnerungen, stammt aus diesem Selbstentwurf.

Inhalt

Capa schreibt, wie ein Mann schreibt, der zur Figur seiner Reportagen geworden ist. 1942 das Schiff nach England, Collier's, Sizilien, London, die Landung in der Normandie, die Negative, von denen fast alle in der Trockenkammer zerstört wurden, die wenigen unscharfen Aufnahmen, die zur Ikone des Jahrhunderts wurden: das Buch mischt Witz, Angst und die Inszenierung des Fotografen, der Poker, Scotch und Gefahr in einem Ton erzählt. Die Bilder sind Meisterwerke der Schlachtfeldreportage; der Text macht aus ihrem Entstehen eine Novelle. Capa weiß, dass Unschärfe hier nicht Fehler ist, sondern Schicksal, das zur Lehre wurde.

Der Band muss mit Schabers Gerda Taro. Fotoreporterin gelesen werden. Capa erwähnt Taro; er macht sie nicht zur Autorin. Der Spanische Bürgerkrieg, in dem beide den modernen Kriegsjournalismus formten, liegt vor diesen Memoiren, aber die Legende, die Capa 1947 fortschreibt, hat dort begonnen: der Mann, der nah herangeht, der Name, den Taro mit erfunden hat. Gegen Salomons unbewachten Politiker setzt Capa den Fotografen, der selbst zur Legende wird. Gegen Millers Lagerbilder setzt er den Landungstag, der den Krieg als heldische Nähe erzählt. Beides ist Zeugenschaft; eines ist Mythos.

Unsicher wird das Buch, wo der Charme die Toten überdeckt und wo Autorschaft zur Marke wird. Die spätere Magnum-Geschichte hat Capa als Gründerheiligen gebraucht; dieses Buch liefert die Stimme dazu. Kritik hat Prahlerei genannt, was Capa als Stil wollte. Die Stärke bleibt die Unmittelbarkeit einer Prosa, die den Apparat nicht verleugnet. Wer nur den Helden will, hat Taro gestrichen. Wer nur die Legende demontieren will, unterschlägt, dass dieselben Bilder den Krieg sichtbar gemacht haben, den die Rede allein nicht trug.

Einordnung

1947 ist das Buch das männliche Selbstzeugnis der Kriegsfotografie, an dem sich später Magnum, das International Center of Photography und jede Popvita des Reporters orientiert haben. Es steht in Die Macht des Blicks als der Band von Mythos und Unschärfe und in Gegenbilder als der notwendige Zwilling zu Taro. Nachbarschaft hat es zu McCullins Unreasonable Behaviour, das denselben Beruf ohne Charme erzählt, und zu Addarios Gegenwartsreportage, die Capas Erbe erbt und sein Geschlecht umkehrt. Wer nach Capa über Kriegsbilder spricht, ohne Autorschaft zu fragen, hat das Buch als Quelle der Legende nicht ernst genommen.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die Macht des Blicks (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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