Gerda Taro. Fotoreporterin

Irme Schaber · 1994 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Gerda Taro. Fotoreporterin
Autor(en): Irme Schaber


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1994
Schlagwörter: Fotografie, Exil, Bürgerkrieg, Autorschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Jonas


Umfang dieser Ausgabe: 256 Seiten
ISBN: 9783894454661
Verweise


Gerda Taro. Fotoreporterin. Mit Robert Capa im Spanischen Bürgerkrieg ist die 1994 bei Jonas erschienene Biographie von Irme Schaber über die Fotoreporterin Gerda Taro. Die vollständig überarbeitete Neuauflage von 2013 hat den Fund des mexikanischen Koffers und die spätere Zuschreibung vieler Negative eingearbeitet, die lange unter dem Namen Robert Capa liefen. Schaber hat Taro aus der Fußnote der Capa-Legende geholt: Exil, Antifaschismus, Spanien, der Tod mit sechsundzwanzig, das eigenständige Werk.

Inhalt

Schaber beginnt nicht mit dem Mythos, sondern mit Gerta Pohorylle, 1910 in Stuttgart geboren, ostjüdische Herkunft, Leipzig, die Verhaftung 1933, die Flucht nach Paris. Dort erfindet sie sich um, erfindet mit André Friedmann die Namen Gerda Taro und Robert Capa, verkauft Bilder, fährt 1936 in den Spanischen Bürgerkrieg. Die Biographie ist Archivarbeit: Papiere, Bildrechte, Zeitzeugen, die Krankenschwester von El Escorial, die die Verwundete noch sah. Taro fotografierte an den Fronten, näher am Geschehen als die meisten, und starb 1937, als ein Panzer sie bei einem Rückzug erfasste. Das Begräbnis in Paris wurde zur Demonstration. Danach verschwand das Werk hinter dem überlebenden Partner.

Der mexikanische Koffer, in dem Negative von Taro, Capa und Chim auftauchten, ist in der Neuauflage nicht Pointe, sondern Beweisverfahren. Schaber zeigt, wie Zuschreibung Macht ist: Wer den Abzug signiert, wem die Agentur den Namen gibt, welche Ikone des Bürgerkriegs plötzlich eine Frau gemacht hat. Gegen die Romanze, die Taro zur Geliebten und Muse macht, setzt sie die Kollegin, die den Krieg als politische Arbeit las, nicht als Abenteuer. Der Antifaschismus ist hier keine Gesinnung hinter den Bildern, er ist der Grund, warum fotografiert wurde. Die Schönheit der jungen Frau, die die Nachwelt so gern festhält, wird nicht geleugnet; sie wird als Falle beschrieben, in der das Werk verschwand.

Unsicher bleibt, wo die Quellen enden und die Würdigung beginnt. Schaber hat Taro gewollt, und das Buch trägt diese Parteinahme. Es verheimlicht Lücken nicht: Kindheit, die letzten Stunden, die genaue Autorschaft einzelner berühmter Aufnahmen. Genau diese Nüchternheit unterscheidet es von der Capa-Memoirenliteratur. Gegen Capas Slightly Out of Focus ist Schabers Band die Gegenprobe: derselbe Krieg, dieselbe Agentur, eine Tote, deren Bilder der Lebende mitgenommen hat, ohne sie immer zu nennen. Wer nur das Paar will, hat die Fotografin gestrichen. Wer nur die Korrektur der Zuschreibung will, unterschlägt den Bürgerkrieg, ohne den die Zuschreibung belanglos wäre.

Einordnung

Das Buch von 1994 hat Taro im deutschen Sprachraum erst sichtbar gemacht; Ausstellungen am International Center of Photography und der Taro-Platz in Stuttgart sind Folgen dieser Arbeit, nicht ihre Voraussetzung. Es steht neben den Capa-Biographien, die Taro eine Kapitelwidmung gaben, und neben einer Kriegsfotografiegeschichte, die den Spanischen Bürgerkrieg als Geburt der Magnum-Legende erzählt. In Gegenbilder ist es das Exilbuch des Pfads; in Die Macht des Blicks bleibt es der notwendige Zwilling zu Capas Selbstinszenierung. Wer nach Schaber Capa sagt und Taro als Begleitung mitführt, hat das Verfahren nicht begriffen, das Namen zu Ikonen macht.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Gegenbilder (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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