Unreasonable Behaviour

Don McCullin · 1990 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Unreasonable Behaviour
Autor(en): Don McCullin
Originaltitel: Unreasonable Behaviour. An Autobiography
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1990
Schlagwörter: Krieg, Fotografie, Schuld, Zeugenschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Jonathan Cape


Umfang dieser Ausgabe: 288 Seiten
ISBN: 9780099437765
Verweise


Unreasonable Behaviour. An Autobiography ist die 1990 erschienene Autobiographie des britischen Kriegsfotografen Don McCullin, entstanden mit Lewis Chester. Eine deutsche Ausgabe liegt nicht vor. McCullin berichtet über Krieg, Armut und den persönlichen Preis der Zeugenschaft: nicht heroisch, sondern über Angst, Verwundung, Schuld und die Frage, was Fotografen angesichts fremden Leidens tun dürfen.

Inhalt

McCullin beginnt nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in Finsbury Park: Armut, die Evakuierung im Krieg, die Straße, der Apparat, der zuerst die eigene Stadt meinte. Zypern, Kongo, Vietnam, Biafra, Beirut, die Jahre bei der Sunday Times, die Entlassung, als der Krieg als Titelthema unpassend wurde: das Buch ist eine Vita der Nachkriegsgewalt, erzählt von jemand, der sie gesehen hat, ohne sie zu gewinnen. Der Ton ist ungeschützt, oft grob, ohne Capas Charme. McCullin kennt alle Formen der Angst und sagt das, ohne damit zu prahlen. John le Carré hat das im Vorfeld so gelesen: ein Mann, der öfter verfallen war, als er zählen kann.

Die Schuld ist der Kern. McCullin fragt, ob das Bild den Sterbenden rettet – es tut es nicht – und ob es den Betrachter unschuldig lässt – es tut es nicht. Gegen Capas Mythos setzt er die Erschöpfung. Gegen Parks’ Waffe setzt er den Zweifel, ob die Waffe nicht auch den trifft, der sie führt. Die berühmten Aufnahmen – der verwundete Marine, Biafra, die Toten – kommen vor, ohne zur Trophäe zu werden. McCullin fotografierte auch die Armut zu Hause, den Norden Englands, später die Landschaft, als wollte er das Auge spülen. Das Buch lässt offen, ob das gelingt.

Unsicher wird der Band, wo die Selbstanklage zur Form wird, die entlastet, indem sie sich anklagt, und wo der Krieg als Sucht erscheint, die das Ich interessanter macht als die Toten. McCullin weiß das teilweise. Die Stärke bleibt die Weigerung, Zeugenschaft als Berufsheldentum zu verkaufen. Wer nur die Kriegsbilder will, hat die Nächte nicht gelesen, in denen sie nachwirken. Wer nur den traumatisierten Künstler will, unterschlägt die Armut, aus der dieser Blick kam, bevor irgendeine Front ihn rief.

Einordnung

1990 ist das Buch das britische Gegenstück zur Magnum-Romantik: Kriegsfotografie als Zumutung an den, der sie ausübt. Es steht in Die Macht des Blicks als der Band der Schuld und neben Addarios Jeder Moment ist Ewigkeit in Gegenbilder, das denselben Beruf später, weiblich und institutioneller erzählt. Nachbarschaft hat es zu Sontags späterem Das Leiden anderer betrachten, das die Moral des Kriegsbildes essayistisch führt. Wer nach McCullin unscharfe Heldenbilder will, hat den falschen Reporter gelesen.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Die Macht des Blicks (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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