Schulden

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Schulden
Autor(en): David Graeber
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Klett-Cotta
Serie:
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 536 Seiten
Originaltitel: Debt: The First 5000 Years
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3608947671
ISBN-13/

EAN-Code:

9783608947670
Schlagwörter: Schuld, Geld, Gewalt, Moral
Sachgebiete: Sachbuch, Anthropologie
Rezensionen
Umschlag

Schulden. Die ersten 5000 Jahre (englisch Debt: The First 5000 Years) ist das 2011 erschienene Buch von David Graeber. Die Geschichte beginnt nicht mit dem Tauschhandel, den die Lehrbücher erfinden – sie beginnt mit Schuld, und Schuld ist Moral, die Gewalt geworden ist.

Inhalt

Graeber zerstört den Ursprungsmythos der Wirtschaftswissenschaft. Adam Smith und seine Erben erzählen, erst sei getauscht worden, dann das Geld erfunden, dann der Kredit. Die Ethnologie, so Graeber, kennt Gesellschaften ohne Märkte, aber nicht ohne Verpflichtung. Menschen geben, nehmen, führen Rechnung in Ehren, Gefälligkeiten, Blut. Geld entsteht oft nicht, um den Tausch zu erleichtern, sondern um Schulden messbar zu machen: Brautgaben, Tempelabgaben, Strafen, Kriegsbeute. Der Staat und der Krieg prägen Münzen; Märkte folgen. Der Tauschhandel unter Fremden ist die Ausnahme, nicht der Anfang.

Aus der Schuld wird eine Moral, die den Gläubiger heilig und den Schuldner schlecht spricht. Religionen erfinden das Jubeljahr, den Erlass, das Zinsverbot, weil sie wissen, dass unbegrenzte Schuld in Knechtschaft führt. Graeber führt durch Mesopotamien, die Achsenzeit, die Sklaverei, das Mittelalter, den Atlantikhandel, den Kapitalismus, der die persönliche Bindung in unpersönliche Zinsen verwandelt hat. Gewalt steht am Grund: Menschen werden zu Schulden, Schulden zu Menschenhandel. Was heute als Natur des Marktes gilt, ist eine Geschichte von Eroberung, die sich als Vertrag verkleidet.

Das Buch ist lang, erzählend, polemisch, aus Anthropologie, Geschichte und der Erfahrung der Platzbesetzungen von 2011 geschrieben. Graeber war Anarchist und Gelehrter zugleich; der Traktat will entzaubern, nicht nur beschreiben. Wer Die Gabe von Marcel Mauss kennt, findet hier die Pflicht des Gebens gegen die Moral des Zahlens gewendet. Der Vorschlag am Ende ist alt: Schulden erlassen, die nicht gehalten werden können, ohne die Gesellschaft zu zerstören. Die Wissenschaft hat das als Unernst abgetan. Die Politik hat es verstanden, ohne es zu tun.

Einordnung

Kaum ein anthropologisches Buch des 21. Jahrhunderts hat die öffentliche Rede über Geld so verschoben. Es steht gegen die Lehrbuchökonomie und neben den älteren Entzauberungen des Westens – Webers protestantischer Ethik, die den Erwerb als Pflicht las, und Saids Orientalismus, der das Wissen als Herrschaft las. Die Kritik nennt Graeber ungenau in den Quellen, zu weit in der Synthese, zu sicher im Feindbild. Geblieben ist die Frage, wer wem was schuldet – und warum das Zahlen als Tugend gilt, das Erlassen als Chaos.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.