Rummelplatz

Werner Bräunig · 2007 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Rummelplatz
Autor(en): Werner Bräunig
Herausgeber: Angela Drescher
Originaltitel: Rummelplatz
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2007
Schlagwörter: Wismut, Uran, Aufbau, 17. Juni
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Aufbau


Umfang dieser Ausgabe: 720 Seiten
ISBN: 9783351032104
Verweise


Rummelplatz ist der zwischen 1959 und 1966 entstandene, unvollendete Roman von Werner Bräunig, 2007 aus dem Nachlass bei Aufbau herausgegeben von Angela Drescher, mit einem Vorwort von Christa Wolf. Schauplatz ist das erfundene erzgebirgische Dorf Bermsthal, in dem die sowjetische Wismut Uran bricht. Bräunig, selbst Wismutkumpel und Protagonist des Bitterfelder Wegs, hat den Auftrag »Greif zur Feder, Kumpel« so ernst genommen, dass die Partei das Ergebnis nicht wollte. Ein ausgesprochenes Verbot ist nicht aktenkundig; der Verlagsvertrag wurde 1967 gelöst.

Inhalt

Die Handlung läuft vom Herbst 1949 bis zum Sommer 1953. Bermsthal ist Baracke, Geld, Schlamm, der Rummelplatz der Boomstadt, in der desillusionierte Heimkehrer, Glücksritter, Idealisten und Entwurzelte aufeinanderstoßen. Die Wismut gilt als Staat im Staate; 1950 arbeiten dort rund zweihunderttausend Menschen. Bräunig erzählt nicht einen Bergarbeiterroman, sondern das Leben einiger Dreißigjähriger in Ost und West, Erziehung und Gesellschaft in einem. Der Uranbergbau wird zur Metapher der neugegründeten Republik: Aufbauwille und Enthusiasmus, daneben die Fehlentwicklungen, die sich abzeichnen.

Die Prosa ist wirklichkeitsgesättigt, in den Details des Schachts, des Lohns, des Alkohols, der Körper. Ein Vorabdruck des vierten Kapitels in der neuen deutschen literatur 1965 reichte, um Ulbricht fragen zu lassen, wem das zur Erziehung der Jugend nützen solle. Das Neue Deutschland organisierte Kumpelbriefe; die Staatssicherheit der Objektverwaltung Wismut drängte, das Buch zu verhindern. Bräunig verteidigte den Text als Entwicklungsroman vier junger Leute von 1949 bis in die Gegenwart und unterwarf sich nicht der öffentlichen Selbstkritik.

Der Roman endet mit dem 17. Juni 1953. Die Vollendung bis 1959, die Bräunig geplant hatte, fehlt. Nach dem 11. Plenum schrieb er nicht mehr daran. Zwei Fassungen, Szenen, Notizen: Drescher hat 2007 daraus lesbar gemacht, was der Mitteldeutsche Verlag nicht mehr setzen durfte. Kleine Unstimmigkeiten bleiben; sie gehören zum unvollendeten Buch, nicht zur Nachlässigkeit der Ausgabe.

Einordnung

Christa Wolf und Anna Seghers haben Bräunig gegen Ulbricht verteidigt; auf dem Plenum blieb Wolf fast allein. Honecker brauchte den Fall für den Kahlschlag gegen Unkultur und Unmoral. Nach 1965 hieß es, dem Roman mangele es an künstlerischer Qualität. Bräunig starb 1976; das Manuskript galt als verschollen und tauchte im Archiv des Verlags wieder auf. Franziska Augstein las 2007 einen großen deutschen Nachkriegsroman, der neben Grass, Walser und Böll hätte stehen können, wäre er zu Ende geschrieben worden.

Im Essay Ohne Druckgenehmigung steht Rummelplatz als das Muster »nicht verboten, sondern verhindert«. Neben Heyms Fünf Tage im Juni ist Bräunig die erzählte Wismut desselben Junis. Wer nur das Plenum kennt, hat Bermsthal nicht betreten. Wer nur den verspäteten Ruhm sucht, unterschlägt, dass der Verfasser an dem Buch zerbrochen ist, das die Behörde nicht brauchte.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Ohne Druckgenehmigung (Wirkungsgeschichte)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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