Reigen
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Reigen |
| Autor(en): | Arthur Schnitzler |
| Originaltitel: | Reigen |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1900 |
| Schlagwörter: | Wien, Begehren, Stände, Kreis |
| Sachgebiete: | Drama |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 149 Seiten |
| ISBN: | 9783150181584 |
| Verweise | |
Reigen ist das Dialogstück von Arthur Schnitzler, 1896/97 geschrieben, 1900 privat gedruckt, 1903 öffentlich und 1920 in Berlin uraufgeführt. Zehn Paare, zehn Stände, ein Kreis: Die Dirne beginnt, der Graf schließt, und dazwischen liegt der Akt, den der Text als Gedankenstrich setzt.
Inhalt
Die Dirne holt den Soldaten ins Gebüsch; der Soldat nimmt sich das Stubenmädchen; das Stubenmädchen den jungen Herrn; der junge Herr die junge Frau; die junge Frau den Ehemann; der Ehemann das süße Mädel; das süße Mädel den Dichter; der Dichter die Schauspielerin; die Schauspielerin den Grafen; der Graf die Dirne. Jede Szene ist Werbung, Ausrede, der Satz danach, der schon die nächste Begegnung vorbereitet. Schnitzler lässt den Beischlaf aus – nicht aus Scham, aus Genauigkeit: Was die Wiener Moral nicht sehen will, geschieht zwischen den Bildern, und was sie sehen darf, die Reden, entlarvt sie.
Die Stände reichen einander weiter, als wäre Begehren ein Gegenstand, der den Besitzer wechselt. Der Soldat ist grob, der junge Herr zärtlich und feige, der Gatte hält eine Rede auf die Sicherheit der Ehe, während er das süße Mädel bestellt; der Dichter macht aus der Nacht Literatur, die Schauspielerin aus dem Grafen eine Rolle. Niemand liebt. Die Syphilis, die das Stück nicht nennen muss, geht im Kreis mit: Was die Klasse trennt, verbindet der Leib, und er verbindet es als Ansteckung, nicht als Versöhnung. Wien erscheint als Innenwelt ohne Innerlichkeit – Maske, die sich auszieht und darunter dieselbe Maske findet.
Der Graf, der oben zu stehen glaubt, landet bei der Dirne, bei der der Reigen anfing. Der Kreis schließt sich nicht als Harmonie, als Wiederholung. Schnitzler hat daraus keine Komödie der freien Liebe gemacht: Jeder benutzt, jeder wird benutzt, die Sprache bleibt höflich, wo der Vorgang es nicht ist. Die Uraufführung 1920 wurde gestört, Anzeigen wegen Unzucht folgten, Wien und Berlin führten Prozesse. Wer nur den Skandal sucht, hat den Grafen nicht zur Dirne zurückgebracht. Wer nur die Lust meint, unterschlägt die Kälte, mit der die Szenen ineinandergreifen.
Einordnung
Schnitzler hat das Begehren als Gesellschaftsform geschrieben: nicht gegen die Stände, durch sie hindurch. Neben der Traumnovelle, die der Ehe die eine Nacht gibt, in der die Sicherheit Kostüm ist, bleibt der Reigen das Stück, das dieselbe Stadt als Kette zeigt, ohne Traum, ohne Rückkehr in die Gattenkammer. Freud hat den Dichter gerühmt, der gefunden habe, was die Lehre suche; der Reigen sucht keine Lehre, er montiert. Gegen Hofmannsthals Festspiel und gegen Brechts Die Dreigroschenoper, die das Geschäft singen lässt, ist dies das Wiener Gegenstück: das Geschäft ohne Lied, in der Gasse und im Salon. Wer nach 1900 den Stand als Stellung im Bett erzählt, erzählt hinter diesen zehn Dialogen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
