Quellen des Selbst
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Quellen des Selbst |
| Autor(en): | Charles Taylor |
| Originaltitel: | Sources of the Self |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1989 |
| Schlagwörter: | Identität, Innerlichkeit, Moral, Moderne |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | suhrkamp taschenbuch wissenschaft |
| Umfang dieser Ausgabe: | 912 Seiten |
| ISBN: | 9783518288337 |
| Verweise | |
Quellen des Selbst (englisch Sources of the Self) ist das 1989 erschienene große Buch von Charles Taylor über die Entstehung der neuzeitlichen Identität. Es erzählt, wie Innerlichkeit, die Bejahung des gewöhnlichen Lebens und der Ausdruck der Originalität zu moralischen Quellen wurden – und wie eine naturalistische Beschreibung diese Quellen abschneidet, während sie von ihnen zehrt.
Inhalt
Taylor setzt bei der moralischen Topographie an. Menschen leben in Räumen des Höheren und Niederen, nicht in einem wertfreien Innenraum, den sie nachträglich möblieren. Güter, die andere Güter ordnen, nennt er starke Wertungen; ohne sie gibt es kein Selbst, das sich verstehen könnte. Die neuzeitliche Identität hat drei Stränge. Augustinus und Descartes verlegen die Ordnung nach innen: Wahrheit wird zur Innerlichkeit, das Ich zum Punkt der Gewissheit. Die Reformation und die Aufklärung bejahen Arbeit, Ehe, Alltag gegen die heldische oder mönchische Ausnahme. Die Romantik und die Lehre vom Ausdruck verlangen, dass das eigene Leben ein Ausdruck sei, der so noch nicht da war. Diese Stränge liegen übereinander, nicht nacheinander; der moderne Mensch ist in allen dreien zu Hause und in keinem ganz.
Die moralischen Quellen – platonische Ordnung, christliche Nächstenliebe, die Würde des vernünftigen Selbst, die Stimme der Natur – bleiben wirksam, auch wo die offizielle Philosophie sie bestreitet. Der Naturalismus, der Werte zu Projektionen macht, lebt von einer Idee der Unparteilichkeit und der Linderung von Leiden, die er nicht aus Atomen hat. Taylor will diese Quellen wieder aussprechbar machen, nicht eine Konfession vorschreiben. Die Länge ist These: Mentalität ändert sich nicht in einem Kapitel. Descartes, Locke, Montaigne, die Moralisten, Rousseau, Herder, die Romantiker, der Utilitarismus werden als Stationen einer Selbstbeschreibung gelesen, nicht als Lehrbuchwahrheiten.
Unsicher bleibt, wieweit die Erzählung christlich-westlich bleibt und ob die Therapie – die Quellen wieder nennen – die Diagnose trägt. Die Kritik hat Nostalgie genannt, wo Taylor Fülle sagt. Wer das Buch nur als Gegnerschaft zu Rawls liest, verfehlt die Religions- und Ideengeschichte, die es trägt. Wer nur die Innerlichkeit nimmt, verfehlt die Bejahung des Alltags, ohne die die Moderne nicht diese Moderne wäre. Der Ton ist geduldig, erzählend, ohne den Witz, der Genealogie bei Nietzsche schneidet. Es ist eine Rehabilitierung, keine Umwertung.
Einordnung
Neben Eine Theorie der Gerechtigkeit und vor Ein säkulares Zeitalter steht dieser Band als Taylors Kartierung des modernen Selbst. MacIntyres Der Verlust der Tugend klagt denselben Bindungsverlust härter ein; Taylor sucht die Quellen, die noch tragen. Wer nach 1989 über Identität spricht, als wäre sie ein Geschmack oder ein Nutzenkalkül, hat diese Topographie nicht gelesen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
