Montecristo

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Montecristo
Autor(en): Martin Suter
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Diogenes
Serie:
Erscheinungsjahr: 2015
Seitenanzahl: 320 Seiten
Originaltitel: Montecristo
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3257243669
ISBN-13/

EAN-Code:

9783257243666
Schlagwörter: Schweiz, Bank, Fälschung, Enthüllung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Montecristo ist ein Roman von Martin Suter, 2015 bei Diogenes in Zürich erschienen. Ein Videojournalist will einen Film nach Alexandre Dumas' Grafen von Monte Christo drehen und stolpert über zwei echte Hundertfrankenscheine mit derselben Nummer. Die Spur führt in Druckerei, Großbank und Staat, bis die Enthüllung selbst zur Gefahr für das System wird. Suter, Kolumnist und Verfasser eleganter Spannungsbücher, hat den Finanzplatz Schweiz als Bühne genommen, auf der Rache nicht der Isolierte übt, sondern das Geld sich selbst schützt. Der Band stieg auf den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste. Er zählt als Konstruktion: Schatzsuche, Vertauschung, ein Schluss, der die Seifenblase stehen lässt.

Inhalt

Jonas Brand, achtunddreißig, geschieden, filmt für ein Magazin, träumt aber seit Jahren von Geldgebern für das Drehbuch Montecristo. Im Zug nach Basel stürzt ein Fahrgast; Brand nimmt die Mitreisenden auf, nicht die Leiche, und küsst am Abend die Veranstaltungsleiterin Marina Ruiz. Zu Hause entdeckt er zwei Hunderter gleicher Serie, beide echt, wie die Bank GCBS bestätigt. Jemand bricht in der Wohnung ein und schlägt ihn später nieder. Der Wirtschaftsjournalist Max Gantmann rät, die Finger davon zu lassen, und nennt die Druckerei Coromag. Brand konfrontiert deren Chef mit den Scheinen; der versucht zu tauschen. Ein Mitarbeiter, der Doppelnummern in Umlauf brachte, wird beseitigt; der Tote im Gleis hieß Paolo Contini, Banker, und die Witwe glaubt an Mord.

Brand lässt die Geldspur zunächst ruhen, als eine Stiftung den Film fördern will – Gantmann erkennt die Bank als Geldgeber. In Thailand unterschiebt man Brand Kokain, genau das Szenario seines Drehbuchs; er spült die Beute weg und flieht. Gantmann rekonstruiert: Contini hat Milliarden verspekuliert, die Bank den Verlust mit Scheingewinnen verdeckt, weil eine Rettung nach der Finanzkrise politisch unmöglich wäre. Brand übergibt das Material, interviewt den ehemaligen Drucker Gabor Takacs: 8,64 Milliarden mit Doppelbezifferung seien geliefert worden, aus Angst vor einem Ansturm der Kunden. Gantmann konfrontiert Coromag und stirbt in einem Brand. Brand sichert Kopien, erfährt, dass niemand sein Drehbuch mochte, die Bank den Film aber kaufte, um ihn ruhigzustellen.

Er täuscht eine Reise vor, schneidet in einer Ferienwohnung eine Reportage und schickt sie an zwei Sender; die senden sie nicht, sondern eine Vermisstenmeldung. Marina verrät seine Lage, er wird entführt und dem Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung vorgeführt. Der erklärt, Nationalbank und amerikanische Notenbank wüssten Bescheid; eine Enthüllung stürze die Schweiz und die Welt in eine größere Krise. Brand zerstört die letzte Kopie. Ein Jahr später sitzt Marina bei der Premiere seines Films Montecristo. Suter lässt den Journalisten gewinnen und verlieren: Der Film entsteht, die Wahrheit nicht. Die Rache des Grafen wird zum Titel ohne Tat. Das System dankt, indem es Kunst finanziert.

Einordnung

Suter hat den Wirtschaftskriminalroman als Gesellschaftsspiel geschrieben: Dialoge geschliffen, Szenen aus der Sicht der Täter, der Ermittler eher blass. Die Kritik lobte die Konstruktion – Geheimfach, Schließfach, Datei – und tadelte den Schluss, in dem die aufgebaute Spannung verpufft. Genau das ist die These: Niemand will, dass die Blase platzt, weil sie das Leben trägt. Dumas' Graf rächt sich an Menschen; Brands Gegner ist ein Institut, das man nicht inhaftiert.

Im Werk des Autors steht Montecristo neben den Allmen-Krimis als der härtere, öffentlichere Fall. Wer nach 2015 über Schweizer Banken und unsichtbares Geld spricht, hat diese Doppelnote vor Augen. Die Diogenes-Ausgabe bleibt schmal, fast kammerhaft, ein Reiseführer in die Hochfinanz, der am Ende die Tür schließt. Das Buch ist kein Pamphlet; es zeigt, warum Enthüllung unterbleibt, und lässt den Leser mit der Premiere allein, in der das Publikum klatscht und nichts erfährt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.