Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

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Éric-Emmanuel Schmitt · 2001 · Erzählung
Das Werk
Deutscher Titel: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Autor(en): Éric-Emmanuel Schmitt
Originaltitel: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 2001
Schlagwörter: Paris, Freundschaft, Koran, Laden
Sachgebiete: Erzählung
Greifbare Ausgabe
Verlag: Fischer Taschenbuch


Umfang dieser Ausgabe: 112 Seiten
ISBN: 9783596509577
Verweise
Umschlag

Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran ist eine Erzählung von Éric-Emmanuel Schmitt, 2001 auf Französisch erschienen, deutsch bald darauf bei Fischer. Schmitt, zuerst als Dramatiker bekannt, hat den Stoff auch für die Bühne und 2003 für den Film mit Omar Sharif geschrieben; die Prosa bleibt schmal und mündlich, näher bei der Novelle als beim Gesellschaftsroman. Ein jüdischer Junge im Paris der sechziger Jahre klaut Konserven beim »Araber von der Ecke«, der ein muslimischer Weiser ist und ihn an Sohnes statt nimmt. Der Titel nennt den Ladenbesitzer und die Blumen, die in seinem Koran liegen. Das Büchlein ist zart, belehrend und ein Verkaufserfolg gewesen, der in Schulen landete.

Inhalt

Momo, mit bürgerlichem Namen Moses, wächst in der Rue Bleue ohne Mutter auf; der Vater, ein stiller, vergrämter Mann, sitzt über Paragraphen und gibt dem Jungen wenig. Momo stiehlt im Laden des Monsieur Ibrahim Dosen, weil das Geld nicht reicht, und glaubt, unbemerkt zu bleiben. Ibrahim merkt alles und sagt lange nichts. Er ist für die Straße der Araber, in Wahrheit ein Sufi aus dem Goldenen Horn, der den Koran kennt und die Menschen besser liest als die Polizei. Zwischen den Regalen lernt Momo lächeln, den Wert einer Geste, die Kunst, sich nicht zu fürchten. Ibrahim spricht in Sprüchen, die nach Weisheit klingen und nach Ladenalltag: wie man putzt, wie man schaut, wie man den Koran nicht als Stock benutzt.

Der Vater verschwindet, später erfährt Momo vom Tod; die Leere der Wohnung wird vollständig. Ibrahim holt den Jungen zu sich, adoptiert ihn, schließt den Laden und fährt mit ihm im Wagen nach Anatolien, an das Meer, zu den Orten einer Herkunft, die Momo nicht hatte. Die Reise ist kurz erzählt und reich an Bildern: Straßen, Musik, ein Mönch, der Körper, der endlich nicht nur Hunger kennt. Ibrahim stirbt auf dieser Fahrt, nicht als Strafe und nicht als Rührung allein, sondern als der Abschied, den die Erzählung von Anfang an vorbereitet. Momo erbt den Laden, den Namen, die Blumen im Koran. Er steht hinter der Theke, wo der Alte stand, und die Rue Bleue hat wieder einen Mann an der Ecke.

Die Figuren bleiben wenige: der Vater, ein paar Nachbarn, die Prostituierten der Straße, die Momo neugierig und ohne Verachtung betrachtet, Ibrahim, der Junge. Schmitt hat keine Milieustudie der Pariser Gasse geschrieben, sondern eine Lehrgeschichte über Fürsorge über die Religionsgrenze hinweg. Der Koran ist hier kein Streitgegenstand, sondern ein Buch mit Blumen darin; das Judentum Momos bleibt Herkunft, nicht Gegnerschaft. Genau diese Milde hat dem Text Freunde und den Vorwurf der Vereinfachung eingetragen. Momo wird nicht bekehrt, er wird angesehen. Das ist der ganze Vorgang, und er trägt die hundert Seiten.

Einordnung

Die Erzählung gehört zu Schmitts »unsichtbaren Zyklus« um das Absolute im Alltag, neben Oskar und die Dame in Rosa. Sie ist Schulstoff geworden, weil sie kurz ist und eine Freundschaft über Jude und Muslim erzählt, die man gern als Gegengift liest. Der Film mit Sharif hat die Zärtlichkeit verstärkt und die Kürze der Prosa in Gesichter übersetzt. Literarisch bleibt der Text absichtsvoll schlicht: Spruch, Lächeln, Lehre. Wer Härte sucht, findet sie nur im Verschwinden des Vaters und im Tod Ibrahims; wer Komplexität der Einwanderung sucht, findet ein Gleichnis.

Das ist kein Einwand, der das Buch ungültig macht, aber einer, der seinen Ort bestimmt: nicht der große Paris-Roman, sondern die Parabel. Fischer hat die Taschenbibliothek schmal gehalten; Reclam führt den französischen Text für den Unterricht. Neben den dickeren Religions- und Stadtbüchern der Gegenwart wirkt Monsieur Ibrahim wie eine Hand auf der Schulter. Momo hinter der Theke ist das Bild, das bleibt: der Laden geht weiter, die Blumen liegen im Buch, die Straße hat ihren Weisen verloren und den Jungen behalten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.