Memoiren

Leni Riefenstahl · 1987 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Memoiren
Autor(en): Leni Riefenstahl


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1987
Schlagwörter: Film, Propaganda, Selbstentlastung, Ästhetik
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Knaus


Umfang dieser Ausgabe: 926 Seiten
ISBN: 9783813501544
Verweise


Memoiren ist die 1987 bei Albrecht Knaus erschienene Autobiographie von Leni Riefenstahl. Der Band versammelt Kindheit, Tanz, Bergfilm, die Arbeit für den nationalsozialistischen Staat, die Nachkriegsprozesse, Afrika und die späte Selbstfeier der unpolitischen Künstlerin. Er gehört in die Bookpedia nicht als Vorbild, sondern als problematischer Gegenpol: Bildmacht, Propaganda und autobiographische Selbstentlastung. Gesellschaftlicher Einfluss ist hier ausdrücklich nicht moralische oder künstlerische Zustimmung.

Inhalt

Riefenstahl erzählt sich als Frau, die nur Bilder wollte. Der Tanz, die Bergfilme mit Arnold Fanck, der Durchbruch, die Begegnung mit Hitler, Triumph des Willens, die Olympiafilme von 1936, Tiefland, die Verhaftungen nach 1945, die Entnazifizierungsverfahren, die Nuba, das Tauchen: neunhundert Seiten Ich, in denen Politik als Störung der Kunst vorkommt. Der Ton ist der einer Frau, die jede Nähe zum Regime als Naivität, Zwang oder Missverständnis verbucht und jede Ferne als Beweis der Unschuld. Die Macht, die sie über Gesichter, Massen und Körper hatte, wird zur Gabe umerzählt, die der Staat missbraucht habe.

Das Buch ist die Gegenthese zu jedem Bild, das Riefenstahl hinterlassen hat. Triumph des Willens ordnet den Parteitag zur Liturgie; die Memoiren behaupten, sie habe nur Form gesehen. Die Olympiafilme machen aus dem Staatssport einen Kult des Körpers; die Memoiren machen daraus Sport und Schönheit. Das Deutsche Historische Museum hat diese Erinnerungen als Abstreiten der Komplizenschaft unter Berufung auf eine rein künstlerische Motivation beschrieben. Gegen Millers Aufnahmen aus Dachau, die den Krieg als Leichenberg zeigen, setzt Riefenstahl die Ästhetik, die denselben Staat verherrlicht hatte, bevor er die Lager füllte. Die Länge des Bandes ist Teil der Strategie: Wer so viel erzählt, scheint nichts zu verbergen. Es ist das Gegenteil.

Unsicher ist nicht, ob Riefenstahl log. Unsicher ist, wie ein Literaturlexikon ein Buch führt, das lügt, ohne es zur bloßen Akte zu machen. Die Memoiren sind Quelle für die Selbstkonstruktion, nicht für die Taten. Kritik, Prozesse, die Forschung zu Tiefland und zu den Sinti, die als Statisten dienten, haben den Band als Entlastungsschrift gelesen. Er bleibt wirksam, weil er lesbar ist und weil die Bilder, die er erklärt, weiterlaufen. Wer ihn als Künstlermemoiren ohne Staat liest, hat die Parteitage nicht gesehen. Wer ihn nur als Lüge führt, unterschlägt, dass diese Lüge eine Ästhetik hat – dieselbe, die 1934 und 1936 Massen in Form brachte.

Einordnung

1987 ist das Buch die Summe einer lebenslangen Selbstentlastung, erschienen in einem Jahrzehnt, das Riefenstahl als Stilistin wiederentdeckte, oft ohne die Toten. Es steht nicht in der Kategorie der Bücher mit verheerender Wirkung: Die Filme haben mobilisiert, die Memoiren haben nachträglich gereinigt. In Gegenbilder ist es der Gegenpol, ohne den der Pfad zur Erfolgsgeschichte der Fotografinnen würde. Nachbarschaft hat es zu Newtons Helmut Newton. Autobiografie im Männerpfad, das denselben Streit um Bildmacht und Körper von einer anderen Seite führt, und zu jeder Theorie, die Ästhetik und Politik trennen will, als wäre Form unschuldig. Wer Riefenstahl aus dem Archiv streicht, weil sie unerträglich ist, unterschlägt, dass Frauen den Blick nicht nur befreit, sondern auch verhängt haben.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Gegenbilder (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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