Helmut Newton. Autobiografie
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Helmut Newton. Autobiografie |
| Autor(en): | Helmut Newton |
| Originaltitel: | Autobiography |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2002 |
| Schlagwörter: | Mode, Sexualität, Inszenierung, Blick |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Bertelsmann
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 335 Seiten |
| ISBN: | 9783570006726 |
| Verweise | |
Helmut Newton. Autobiografie ist die 2002 bei C. Bertelsmann erschienene Lebensbeschreibung von Helmut Newton, aus dem Englischen von Rudolf Hermstein. Die englische Ausgabe folgte 2003. Newton erzählt Mode, Sexualität, Befreiung, Inszenierung und den männlichen Blick. Das Buch ist der kritische Gegenpol in Die Macht des Blicks: Einfluss auf Werbung und auf Vorstellungen weiblicher Stärke – und Sexualisierung, Macht des Fotografen über das Modell.
Inhalt
Newton schreibt, wie er fotografiert hat: direkt, anekdotisch, ohne Reue als Stil. Berlin 1920, die wohlhabende jüdische Fabrikantenfamilie, die Mutter, Yva, bei der er lernte, 1938 die Flucht, Singapur, Australien, die Armee, Melbourne, June, Paris, Vogue, die großen Akte, Monte Carlo. Der Duft, den er als Kind an der Mutter festmacht, wird zur Urszene eines Werks, das Frauen als gepanzerte Herrinnen einer erotischen Bühne zeigt. Newton behauptet, die Abgebildeten seien stärker als der Blick, der sie inszeniert. Das Buch liefert die Belege und die Gegenbelege in denselben Sätzen.
Gegen Adams’ unberührte Natur setzt Newton den Körper, der nie unberührt und nie ungestellt ist. Gegen Parks’ Waffe setzt er die Inszenierung, die Macht nicht anklagt, sondern ausstellt. Die Big Nudes, die Hotelzimmer, die Leinen, die hohe Ferse: Newton hat eine Grammatik der weiblichen Stärke als Rüstung geliefert, die Werbung und Mode bis heute zitieren. Dieselbe Grammatik hält Frauen in der Rüstung fest, die der Fotograf ihnen anzieht. Der Band weiß das teilweise und feiert es. Die Macht über das Modell ist hier kein Skandal am Rand, sie ist das Verfahren.
Unsicher wird das Buch, wo der Witz die Flucht und den Mord an Yva überdeckt und wo aus der Inszenierung eine Theorie der Einwilligung wird, die die Lage der Abgebildeten nicht prüft. Kritik hat Newton als Pornographen der Haute Couture gelesen; Verehrer haben ihn als Befreier der weiblichen Pose gelesen. Beides ist in diesen Memoiren angelegt. Wer ihn aus dem Pfad streicht, weil er anstößig ist, unterschlägt, dass der männliche Blick nicht nur reformiert, sondern auch herrscht. Wer nur die Herrschaft sieht, unterschlägt, dass Newton die Pose zur Autorschaft der Abgebildeten erklären wollte – oft gegen deren tatsächliche Lage.
Einordnung
2002 ist das Buch die Summe eines Werks, das Bildmacht als erotische Souveränität verkauft hat, wenige Monate bevor Newton starb und das Archiv nach Berlin zurückkehrte. Es steht in Die Macht des Blicks als Gegenpol zu Riis, Parks und McCullin: nicht Zeugenschaft, Inszenierung. Nachbarschaft hat es zu Riefenstahls Memoiren in Gegenbilder, die denselben Streit um Ästhetik und Macht von einer tödlicheren Seite führen, und zu Manns Hold Still, das Intimität und Einwilligung im Haus prüft. Wer nach Newton über Modefotografie spricht, als wäre sie nur Stoff, hat den Blick nicht gelesen, der den Stoff zur Herrschaft machte.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die Macht des Blicks (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
