Literatur und Karneval
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Literatur und Karneval |
| Autor(en): | Michail M. Bachtin
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1969 |
| Schlagwörter: | Karneval, Dialogizität, Groteske, Lachen |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Literaturwissenschaft |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 186 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Literatur und Karneval ist die 1969 bei Hanser, später bei Fischer erschienene deutsche Auswahl von Aufsätzen Michail M. Bachtins über das Lachen, die Groteske und die Vielstimmigkeit. Sie ist nicht dasselbe Buch wie Rabelais und seine Welt, sondern die knappe deutsche Tür zu Karneval und Dialog, durch die die westliche Theorie Bachtin oft zuerst betrat.
Inhalt
Bachtin setzt das offizielle Wort gegen das karnevaleske: Markt, Leib, das Unten, das Krönung und Absetzung in einem Zug vollzieht. Das Lachen ist keine Erholung der hohen Kultur. Es ist eine zweite Welt, in der Hierarchien für die Dauer des Festes stürzen. Rabelais bleibt der Zeuge; die Aufsätze weiten die These auf den Roman, auf Dostojewskij, auf das Wort, das fremde Worte in sich trägt. Dialogizität ist nicht Gesprächshöflichkeit. Sie ist die Lage jeder Äußerung, die schon auf andere antwortet. Die Auswahl macht aus Jahren sowjetischer Abgeschiedenheit ein westliches Taschenbuch.
Rabelais und seine Welt ist die große Durchführung; hier steht das Vokabular, das Seminare füllte, oft ohne den Rabelais-Band. Wer nur Karneval als Metapher der Subversion sucht, hat die volkskundliche Härte nicht. Wer nur die Dialogizität als Theorie des Romans sucht, unterschlägt den Leib, der frisst und stirbt. Der Ton der Übersetzungen ist der der westdeutschen Theoriejahre: begrifflich, anschlussfähig an den Strukturalismus, der Bachtin nicht war. Die Gefahr ist die Verwandlung des Karnevals in ein Etikett. Die Leistung ist, dass nach dieser Auswahl der Roman nicht mehr eine Stimme sein musste.
Unsicher bleibt, was die Auswahl weglässt. Bachtins Werk ist verstreut, datiert, manchmal fremder Hand zugeschrieben. Fischer hat ein lesbares Bachtin-Bild erzeugt, das die Philologie seither differenziert. 1969, westdeutsche Entdeckung: Dieselbe Zeit, in der Genette die Erzählung schaltet und Frye die Mythen ordnet. Bachtin liefert das Lachen, das beide Organa nicht haben.
Einordnung
Die Auswahl hat Bachtin im deutschen Sprachraum zum Begriff gemacht, neben und vor dem vollständigen Rabelais-Buch. Genettes Schalttafel und Booths Rhetorik bleiben nachbarschaftlich; Karneval ist die andere Ökonomie des Romans. Wer nach 1969 Literatur und Karneval sagt, spricht in diesem Band – und sollte Rabelais danebenlegen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
