Leutnant Gustl
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Leutnant Gustl |
| Autor(en): | Arthur Schnitzler |
| Originaltitel: | Leutnant Gustl |
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1900 |
| Schlagwörter: | Ehre, Offizier, Wien, Innerer Monolog |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 96 Seiten |
| ISBN: | 9783596901503 |
| Verweise | |
Leutnant Gustl ist die Erzählung von Arthur Schnitzler, 1900 in der Neuen Freien Presse erschienen. Ein k. u. k. Leutnant wird in der Garderobe der Oper beleidigt und denkt die Nacht hindurch über Duell, Selbstmord und den Bäckermeister nach, der ihn am Rock packte. Der innere Monolog ist das ganze Verfahren: kein Erzähler, der richtet, ein Kopf, der sich selbst nicht aushält.
Inhalt
Gustl hat ein Konzert hinter sich, das ihn langweilte, und einen Ehrenkodex vor sich, der ihn bindet. Der Bäckermeister Habetswallner nennt ihn einen dummen Buben und fasst den Säbel. Nach dem Kodex müsste Gustl sich erschießen, weil er die Beleidigung nicht mit der Waffe beantworten kann – der Mann ist nicht satisfaktionsfähig. Die Nacht in Wien: Kaffeehaus, Prater, die Bank, auf der er den Morgen und die Kugel plant. Gedanken an Frauen, Kameraden, Juden, den Vater, den Dienst. Der Ton ist roh, eitel, ängstlich.
Schnitzler lässt die Sätze so laufen, wie sie in diesem Kopf laufen: Abbruch, Wiederholung, Schimpf, Selbstmitleid. Die antisemitischen Floskeln gehören zur Figur, nicht zur Pointe des Autors; sie zeigen das Milieu, das Ehre sagt und Hetze denkt. Gustl hasst den Bäcker, hasst die Demütigung, hasst das Leben, das ihn zum Offizier gemacht hat, ohne ihm eine Sprache zu geben, die nicht Kompanie ist. Die Stadt ist Kulisse seines Monologs, nicht ihr Gegenstand.
Am Morgen die Zeitung: Habetswallner ist in der Nacht an einem Schlaganfall gestorben. Niemand weiß von der Szene. Gustl ist gerettet und unverändert. Er wird frühstücken, den Kameraden imponieren, weiter dienen. Die Erzählung verweigert die Läuterung. Der Tod des anderen ist Zufall, nicht Gericht; die Ehre bleibt eine Maschine, die nur stockt, solange ein Zeuge lebt. Wer ein Duell erwartet, bekommt einen Zeitungsstrich. Wer Reue erwartet, bekommt Appetit.
Einordnung
Schnitzler hat den inneren Monolog in die deutsche Prosa gesetzt, bevor der Name geläufig war, und der k. u. k. Offiziersehre den Spiegel vorgehalten, den sie als Beleidigung las: ein Prozess folgte, Schnitzler verlor den Offiziersrang als Reserve. Nach der Traumnovelle ist Leutnant Gustl das schärfere Gesellschaftsstück, kürzer, böser, ohne Maskenball. Fischer hält die Taschenbuchausgabe. Wer Schnitzler nur als Erotiker führt, trifft hier den Analytiker der Kaste. Neben Freud, der denselben Wien-Stoff als Lehre nahm, bleibt die Erzählung das Dokument, das nicht deutet: Es lässt den Leutnant reden, bis die Ehre als Panik hörbar wird.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
