Jeder Moment ist Ewigkeit
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Jeder Moment ist Ewigkeit |
| Autor(en): | Lynsey Addario |
| Originaltitel: | It's What I Do. A Photographer's Life of Love and War |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2015 |
| Schlagwörter: | Fotografie, Krieg, Risiko, Verantwortung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Econ
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| Umfang dieser Ausgabe: | 368 Seiten |
| ISBN: | 9783430202121 |
| Verweise | |
Jeder Moment ist Ewigkeit. Als Fotojournalistin in den Krisengebieten der Welt (englisch It's What I Do) ist die 2015 erschienene Autobiographie von Lynsey Addario. Die deutsche Übersetzung von Stephan Gebauer kam 2016 bei Econ heraus. Addario erzählt die Arbeit einer Fotoreporterin in heutigen Kriegs- und Krisengebieten und verbindet sie mit Fragen nach Risiko, Geschlechterrollen und der Verantwortung gegenüber den Fotografierten.
Inhalt
Addario schreibt gegen das Abenteuer, das Kriegsfotografie zur Männerromanze macht, und gegen die Erbauung, die Kamerafrau sei schon die bessere Zeugin. Connecticut, die frühen Aufträge, Afghanistan nach 2001, der Irak, Darfur, Libyen, die Gefangenschaft, die Schwangerschaft unter Beschuss: das Buch ist Werkstattbericht einer Gegenwart, in der der Krieg nicht endet und das Bild sofort ins Netz geht. Addario erzählt, wie sie Zugang verhandelt, wie sie als Frau in Räumen geduldet oder ausgeschlossen wird, die Männern als selbstverständlich offenstehen, und wie dasselbe Geschlecht manchmal Türen öffnet, die der männliche Kollege nicht sieht. Die Reportage bleibt Arbeit, nicht Berufungspathos.
Die Verantwortung gegenüber den Abgebildeten ist der Ernstfall, nicht die eigene Todesangst. Addario fragt, was es heißt, einen verwundeten Körper zu fotografieren, eine Familie, die das Bild nicht autorisiert, einen Krieg, der aus Bildern Politik macht. Gegen Millers Krieg von 1945 setzt sie den Krieg der langen Interventionen, in dem die Fotografin selbst zur Nachricht wird, sobald sie in Gefangenschaft gerät. Gegen Manns Familie setzt sie die Fremde, die man nicht besitzen darf, indem man sie ablichtet. Der Ton ist klar, amerikanisch öffentlich, manchmal nah am Magazin, das sie bezahlt. Genau diese Nähe ist das Material: National Geographic, die New York Times, die Aufträge, ohne die kein Bild aus dem Kriegsgebiet kommt.
Unsicher wird das Buch, wo die Ich-Erzählerin zur Heldin der eigenen Gefahr wird und wo Liebe und Krieg einander als Kontrast zu glatt tragen. Der englische Titel sagt, es sei einfach das, was sie tue; der deutsche macht aus jedem Moment Ewigkeit. Beides ist Stilisierung. Die Stärke bleibt die Nüchternheit der Verhandlungen: Papiere, örtliche Vermittler, die Frage, ob man bleibt oder geht, wenn es gefährlich wird. Wer nur das Abenteuer will, hat diese Verhandlungen nicht gelesen. Wer nur die Anklage gegen den männlichen Blick will, unterschlägt, dass Addario denselben Apparat der Kriegsöffentlichkeit bedient, den sie beschreibt.
Einordnung
2015 ist das Buch der Anschluss der Kriegsreportage an eine Gegenwart, in der Frauen hinter der Kamera noch immer als Ausnahme gelten und in der das Bild schneller zirkuliert als die Prüfung. Es steht neben Capas Slightly Out of Focus, das denselben Beruf als Mythos erzählt, und neben McCullins Unreasonable Behaviour, das den Preis als Schuld verbucht. In Gegenbilder ist es das Gegenwartsbuch des Pfads. Wer nach Addario über Kriegsfotografie spricht, als wäre sie noch die Geste eines einzelnen Mannes mit Leica, hat die Redaktion, das Geschlecht und die Gefangenschaft nicht gesehen.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Gegenbilder (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
