Italienische Reise

Johann Wolfgang von Goethe · 1816 · Erzählung
Literatur Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Italienische Reise
Autor(en): Johann Wolfgang von Goethe
Originaltitel: Aus meinem Leben. Zweiter Abteilung erster und zweiter Teil
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1816
Schlagwörter: Rom, Sizilien, Bildung, Antike
Sachgebiete: Erzählung
Greifbare Ausgabe
Verlag: Insel
Serie: insel taschenbuch
Umfang dieser Ausgabe: 809 Seiten
ISBN: 9783458318750
Verweise


Italienische Reise ist der Bericht, den Johann Wolfgang von Goethe über die Flucht nach Italien von 1786 bis 1788 erst zwischen 1816 und 1817 als Buch vorlegte, mit dem späteren Nachtrag des zweiten römischen Aufenthalts. Er reiste heimlich aus Karlsbad ab, unter fremdem Namen, siebenunddreißig, des Weimarer Amts müde, und suchte in Verona, Venedig, Rom, Neapel und Sizilien die Antike, die Winckelmann ihm als Maß gegeben hatte. Das Buch ist keine Abschrift der Briefe an Charlotte von Stein. Es ist die späte Form, in der Goethe aus Unruhe eine Bildung machte: Klima, Ruine, Pflanze, der eigene Leib, der wieder jung werden soll. Wer die deutsche Italiensehnsucht in einem Titel sucht, findet sie hier, mitsamt der Konstruktion, die drei Jahrzehnte Abstand braucht.

Inhalt

Die Fahrt beginnt als Entkommen. Über den Brenner, an den Gardasee, durch die Arena von Verona nach Venedig, wo Goethe die Republik noch als Staat sieht, nicht nur als Kulisse, und weiter nach Rom, das er Ende Oktober 1786 erreicht wie ein Ziel, das ein Leben lang vorbereitet war. Rom ist Arbeit: der Corso, die Stanzen, der Vatikan, die Gipse, die nun Originale werden sollen. Tischbein malt ihn in der Campagna; Angelika Kauffmann, der Kreis der Deutschrömer, die Abende, an denen man sieht, um sehen zu lernen. Karl Philipp Moritz ist in denselben Monaten da, der jüngere Bruder, den Goethe nach einem Sturz versorgt und in die Kunstlehre zieht. Der Ton des Buchs will Klarheit: weniger Werther, mehr Anschauung. Wer nur die selige Ankunft liest, unterschlägt, dass der Reisende noch nicht weiß, ob Weimar ihn wiederhaben will.

Im Frühjahr 1787 öffnet sich der Süden. Neapel, der Vesuv, Paestum, dann Sizilien mit dem Zeichner Kniep: Palermo, der öffentliche Garten, in dem Goethe die Urpflanze zu sehen glaubt, Girgenti, Catania, Taormina. Sizilien ist ihm Griechenland, ohne nach Griechenland zu fahren – Tempel, Licht, die Pflanze als Gesetz, das die Natur wiederholt. Der zweite römische Aufenthalt, den das Buch später nachträgt, verdichtet das: nicht mehr die erste Trunkenheit, sondern das Wohnen in der Form, der Karneval, die Trennung, die Rückkehr nach Weimar im Frühjahr 1788. Eingestreut sind Briefe, Tagebuchstücke, nachträglich geglättete Urteile. Das Motto »Auch ich in Arkadien« behauptet Zugehörigkeit. Es behauptet sie, weil sie erworben werden musste.

Unsicher bleibt, was der Reisende von 1786 und der Erzähler von 1816 gemeinsam haben. Die Briefe waren wärmer, zweifelnder, oft an eine Frau gerichtet, die in Weimar blieb; das Buch macht aus der Unruhe ein Programm. Armut, Klerus, die lebendige Stadt unter den Ruinen treten zurück, wo die Antike den Blick führt. Seume war 1802 zu Fuß denselben Stiefel hinabgegangen und hatte Soldaten und Hunger gesehen, bevor Goethe den Bericht druckte. Wer die Italienische Reise als Tagebuch nimmt, hat die Redaktion nicht gelesen. Wer sie als Lüge nimmt, unterschlägt, dass die späte Form die deutsche Klassik erst möglich machte: ein Ich, das sich an Rom misst und zurückkehrt, um Werke zu schreiben, die das Maß halten sollen. Die Insel-Ausgabe mit den Zeichnungen des Autors zeigt, dass Sehen hier auch ein Handwerk war.

Einordnung

Mit diesem Band hat Goethe der deutschen Literatur die Italienfahrt als Selbsterziehung gegeben, nicht als Kavalierstour des Adels, die man Grand Tour nannte und in Kutschen absolvierte. Winckelmanns Geschichte der Kunst des Altertums bleibt der Grund, warum Rom das Ziel war; Moritz’ Reisen eines Deutschen in Italien ist das Nachbarbuch derselben Jahre, näher an Straße und Lärm; Seumes Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 das Gegenbuch des Gehens. Die Nachwelt hat aus Goethe den Baedeker der Seele gemacht und dabei vergessen, dass das Buch spät kommt, nach den Tatsachen und nach manchem, der schon ehrlicher gesehen hatte. Wer nach 1816 Italien als Schule aufschlägt, schlägt diesen Band auf – und muss die anderen danebenlegen, damit aus der Weihe wieder eine Reise wird.

Ideen

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Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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