Immer lieber woandershin
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Immer lieber woandershin |
| Autor(en): | Antony Penrose |
| Originaltitel: | The Lives of Lee Miller |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1985 |
| Schlagwörter: | Fotografie, Krieg, Surrealismus, Modell |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Insel
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| Umfang dieser Ausgabe: | 290 Seiten |
| ISBN: | 9783458682646 |
| Verweise | |
Immer lieber woandershin. Die Leben der Lee Miller (englisch The Lives of Lee Miller) ist die 1985 erschienene Biographie von Antony Penrose über seine Mutter, die Fotografin Lee Miller. Die deutsche Übersetzung von Brigitte Heinrich kam 2023 bei Insel heraus, mit mehr als hundert Aufnahmen, und wurde zur literarischen Vorlage des Films über Miller. Penrose schreibt aus dem Archiv des Farleys House, nicht aus der Distanz einer Werkmonographie: Er erzählt, wie aus dem Fotomodell und surrealistischen Motiv die Reporterin wurde, die 1945 Dachau und Buchenwald fotografierte.
Inhalt
Penrose gliedert das Leben nicht als Karriereleiter, sondern als Folge von Verwandlungen, die einander nicht ablösen, sondern überschreiben. Miller, 1907 in Poughkeepsie geboren, wird in New York zum Gesicht der Vogue, fährt nach Paris, wird Muse und Mitarbeiterin Man Rays, nimmt den Apparat, den sie bedienen gelernt hat, und fotografiert selbst: Porträts, Mode, den Surrealismus, der nicht mehr an ihr, sondern durch sie sieht. Der Band besteht darauf, dass dieser Umschlag keine Anekdote ist. Wer nur als Motiv sichtbar war, bleibt unsichtbar als Autorin, solange die Bilder unter einem Männernamen hängen. Penrose holt die Pariser Jahre aus der Legende der freien Boheme und zeigt die Arbeit: Atelier, Technik, der Streit um Urheberschaft, der später an Gerda Taro und Robert Capa wiederkehrt.
Der Krieg ist die zweite Geburt. Miller fährt 1944 als Korrespondentin mit der US-Armee, fotografiert das befreite Paris, die Feldlazarette, 1945 die Lager Dachau und Buchenwald und sich selbst in der Badewanne der Wohnung, die Hitler in München genutzt hatte. Penrose stellt diese Aufnahmen nicht als Triumph aus. Er liest sie als den Punkt, an dem der Surrealismus auf Leichen trifft und das Selbstporträt zur Anklage wird, ohne sich davon reinzuwaschen. Die Nachkriegsjahre in England, die Ehe mit Roland Penrose, die Küche, der Alkohol, das Verstummen der Fotografin, die den Krieg nicht in Bilder zurückübersetzen konnte, gehören in dieselbe Vita. Der Sohn erzählt das ohne Erbauung. Die Mutter, die nicht mehr auslöste, bleibt die Frau, die ausgelöst hatte.
Gegen die Erwartungsbiographie der befreiten Frau, die vom Objekt zur Künstlerin aufsteigt, hält Penrose die Kosten fest: Abhängigkeit, Konkurrenz, die öffentliche Schönheit, die die Reporterin nicht abstreifte, die Depression nach 1945. Unsicher wird das Buch, wo die Pietät des Sohnes die Härte gegen andere mildert und wo das Archiv des Hauses zur alleinigen Wahrheit wird. Es bleibt dennoch der lesbare Einstieg, weil es den Blickwechsel nicht als Slogan erzählt, sondern als Arbeit und als Bruch. Wer Miller nur als Titelgesicht kennt, hat die Lagerbilder nicht gesehen. Wer nur die Lagerbilder will, unterschlägt, dass dieselbe Frau zuvor das Gesicht war, das andere fotografierten.
Einordnung
Der Band ist die Biographie, an der die Wiederentdeckung Millers in den letzten Jahrzehnten hängt, verstärkt durch Ausstellungen und durch den Film, der Penrose’ Erzählung popularisiert hat. Er steht neben den Werkkatalogen, die das Leben weglassen, und neben einer Surrealismusgeschichte, die Miller lange als Motiv führte. In der Bookpedia eröffnet er den Lesepfad Gegenbilder: vom Gegenstand des Blicks zu dessen Autorin. Nachbarschaft hat der Text zu Schabers Taro-Biographie, in der derselbe Streit um Autorschaft härter politisch wird, und zu Capas Slightly Out of Focus, das denselben Krieg als Männerabenteuer erzählt. Wer nach Penrose über Miller spricht, als wäre sie Man Rays Schöpfung geblieben, hat die Reporterin nicht gesehen.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Gegenbilder (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
