Hold Still

Sally Mann · 2015 · Sachbuch, Kunstgeschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Hold Still
Autor(en): Sally Mann
Originaltitel: Hold Still. A Memoir with Photographs
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2015
Schlagwörter: Fotografie, Familie, Erinnerung, Süden
Sachgebiete: Sachbuch, Kunstgeschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Little, Brown


Umfang dieser Ausgabe: 482 Seiten
ISBN: 9780316247764
Verweise


Hold Still. A Memoir with Photographs ist die 2015 bei Little, Brown erschienene Autobiographie der amerikanischen Fotografin Sally Mann. Eine deutsche Ausgabe liegt nicht vor. Mann erzählt Familie, Kindheit, Körper, den amerikanischen Süden und die Streitfälle um fotografische Intimität, in Bildern und in Prosa, die einander nicht illustrieren, sondern belasten. Der Band war Finalist des National Book Award.

Inhalt

Mann schreibt gegen die Trennung von Werk und Leben, die ihre Kinderbilder so oft erzwungen hat. Lexington, Virginia, die fast wilde Kindheit, die Eltern, das Land, die Farm, auf der später die eigenen Kinder nackt, schmutzig, verletzt und schön vor der Kamera standen: das Buch holt den Skandal in die Geschichte zurück, aus der er kam. Die Aufnahmen aus der Serie Immediate Family waren in den neunziger Jahren Gegenstand einer Kampagne, die Mann der Ausbeutung zieh. Sie erzählt das nicht als Freispruch. Sie erzählt, wie Intimität, Kunst und das Recht der Abgebildeten ineinandergeraten, wenn die Abgebildeten die eigenen Kinder sind und später erwachsen werden. Die Frage, wie weit fotografische Intimität gehen darf, bleibt offen; das ist die Ehrlichkeit des Bandes.

Der Süden ist nicht Kulisse. Mann findet in Familienarchiven, in der Landschaft, in der Geschichte der Schwarzen und Weißen auf diesem Boden eine Schuld, die das Familienidyll nicht trägt. Rassismus erscheint nicht als Thema neben der Kunst, sondern als Grund, auf dem diese Familie fotografierte, oft ohne ihn zu meinen. Gegen Modottis öffentliche Revolution setzt Mann das Haus. Gegen Langes gesellschaftliche Krise setzt sie die Krise, die im eigenen Blut und in der eigenen Erde sitzt. Die Prosa ist sinnlich, genau, manchmal prahlerisch; die Bilder unterbrechen sie, ohne sie zu beruhigen.

Unsicher wird das Buch, wo die Selbstbefragung zur Selbstfeier wird und wo der Süden als literarische Schwere die konkrete Gewalt überdeckt, die andere erlitten, nicht Mann. Kritik hat Narcissmus genannt und die Weißheit einer Künstlerin, die Rassismus entdeckt, indem sie ihren Dachboden räumt. Der Einwand trifft. Er erledigt nicht die Hartnäckigkeit, mit der Mann den Preis der Bilder bei sich selbst eintreibt, nicht bei einem fernen Motiv. Wer nur den Skandal um nackte Kinder will, hat die Erinnerung nicht gelesen, die das Skandalöse hervorbringt. Wer nur die Familie als unpolitisch nehmen will, unterschlägt den Süden in diesen Abzügen.

Einordnung

2015 ist Hold Still das amerikanische Selbstzeugnis, das die dokumentarische Tradition ins Private wendet, ohne sie dort zu entsorgen. Es steht neben einer Kunstdebatte über Kinderbilder, die oft Moral statt Geschichte wollte, und neben einer Literatur des Südens, die Mann als Fotografin fortschreibt. In Gegenbilder wandert hier das Gesellschaftliche ins Haus. Nachbarschaft hat der Band zu Gordons Lange, die Armut öffentlich machte, und zu Newtons Helmut Newton. Autobiografie, das denselben Streit um Macht über das Modell von der anderen, männlichen Seite führt. Wer nach Mann über Intimität in der Fotografie spricht, ohne den Süden zu nennen, hat das Buch auf den Prozess verkürzt.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Gegenbilder (Lesepfad)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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