Geschichte des Agathon

Christoph Martin Wieland · 1766 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Geschichte des Agathon
Autor(en): Christoph Martin Wieland
Originaltitel: Geschichte des Agathon
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1766
Schlagwörter: Bildung, Tugend, Schwärmerei, Griechenland
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Manesse


Umfang dieser Ausgabe: 640 Seiten
ISBN: 9783717519843
Verweise


Geschichte des Agathon ist der Roman von Christoph Martin Wieland, 1766 und 1767 in zwei Bänden zuerst erschienen, 1773 und 1794 umgearbeitet. Ein Athener zwischen Schwärmerei und Weltklugheit sucht eine Tugend, die sich leben lässt. Das Buch gilt als der erste große deutsche Bildungsroman, Jahre vor den Lehrjahren.

Inhalt

Agathon wächst in Delphi im Kult der Tugend auf, flieht, wird Sklave, gelangt nach Smyrna in das Haus des Sophisten Hippias. Hippias predigt den Nutzen der Lust und setzt ihm die Hetäre Danae entgegen, die den Schwärmer lieben und bilden soll. Agathon liebt, fällt, schämt sich und redet sich die Liebe zur Philosophie um. Wieland erzählt das nicht als Sündenfall, sondern als Probe: Was bleibt von der Tugend, wenn der Körper ja sagt und der Satz noch nein.

Die Handlung führt weiter nach Syrakus an den Hof des Tyrannen, in die Politik, die den Idealisten verbraucht, und nach Tarent zu Archytas, der Maß und Gemeinwohl lehrt, ohne die Schwärmerei zu verhöhnen. Unterwegs die Wiedererkennung der Psyche, die sich als Schwester herausstellt; Danae zieht sich in eine Art Weisheit zurück, die nicht mehr Hetäre und noch nicht Heilige ist. Der Roman schiebt Gespräche ein, in denen Platonismus, Hedonismus und eine weltläufige Klugheit um dasselbe Leben werben. Keine Seite siegt rein. Agathon wird nicht fertig, er wird erfahrener.

Wieland hat den Text dreimal umgebaut. Die erste Fassung lässt ironische Erzählerkommentare und einen offeneren Schluss; die späteren mildern, moralisieren, rücken Archytas stärker ins Recht. Wer die Umarbeitungen vergleicht, sieht denselben Streit: ob der Mensch sich bilden lässt wie ein Buch, oder ob die Welt den Schwärmer nur abschleift. Die griechischen Namen sind Kostüm und Distanz. Athen, Smyrna, Syrakus meinen die deutschen Leser, die zwischen Pietismus, Aufklärung und Hofklugheit standen und eine Tugend suchten, die nicht lächerlich wird.

Einordnung

Wieland hat den Roman der Bildung geschrieben, bevor Goethe ihm die deutsche Form gab: nicht die Turmgesellschaft, sondern das Gespräch der Schulen, nicht Mignon, sondern Danae. Der Agathon steht zwischen barockem Staatsroman und Weimarer Klassik, weltläufiger als die Stürmer, skeptischer als der Merkur-Moralist, den man später in Wieland nur noch sehen wollte. Die Nachwelt hat ihn hinter den Wilhelm Meister gesetzt und darüber vergessen, dass ohne diesen Athener der deutsche Roman der Entwicklung ärmer wäre. Manesse hält eine lesbare Ausgabe der späten Fassung; wer nur den leichten Rokoko-Erzähler will, trifft hier den Moralisten, der die Schwärmerei ernst nimmt, indem er sie durch die Welt schickt. Neben den Abderiten bleibt der Agathon Wielands Hauptbuch: die Probe, ob Aufklärung ein Charakter sein kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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