Wilhelm Meisters Lehrjahre
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Wilhelm Meisters Lehrjahre |
| Autor(en): | Johann Wolfgang von Goethe |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1795 |
| Seitenanzahl: | 661 Seiten |
| Originaltitel: | Wilhelm Meisters Lehrjahre |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3150078261 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150078266 |
| Schlagwörter: | Theater, Bildung, Wanderung, Gesellschaft |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Wilhelm Meisters Lehrjahre ist der 1795 und 1796 erschienene Roman von Johann Wolfgang von Goethe, der den deutschen Bildungsroman begründet hat. Die ersten fünf Bücher gehen auf das Fragment Wilhelm Meisters theatralische Sendung zurück; die Fortsetzung Wilhelm Meisters Wanderjahre folgte 1821 und 1829. Wilhelm will sich »ganz wie ich da bin« ausbilden und sucht das Theater, bis eine verborgene Gesellschaft ihn ins tätige Leben lenkt. Goethe fügt Lieder, die Bekenntnisse einer schönen Seele und die Ironie eines Erzählers ein, der den Helden nicht zum Heiligen macht.
Inhalt
Wilhelm liebt die Schauspielerin Mariane, will das Vaterhaus und das Handelshaus verlassen, auf einer Geschäftsreise zur Bühne gehen und sie abholen. Er sieht nachts einen anderen Verehrer, Norberg, der Mariane aushält, und bricht. Jahre später trifft er Trümmer einer Schauspielergesellschaft, kauft das Kind Mignon einem Gaukler ab und nimmt den alten Harfner auf. Mignon spricht gebrochenes Deutsch, singt »Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn« und nennt Wilhelm Vater. Die Truppe spielt auf einem Grafenschloss; Jarno weist Wilhelm auf Shakespeare hin und rät zugleich, dem Theater zu entsagen. Wilhelm küsst die Gräfin. Im Wald überfallen Räuber die Gesellschaft; eine »schöne Amazone« rettet den Verwundeten. Bei dem Theaterdirektor Serlo und dessen Schwester Aurelie inszeniert Wilhelm den Hamlet. Mariane, erfährt er, ist tot; ein Kind Felix kommt auf Umwegen zu ihm.
Aurelie stirbt, die Bühne zerfällt als Lebensplan. Das sechste Buch unterbricht die Handlung durch die »Bekenntnisse einer schönen Seele«, die pietistische Lebensbeichte einer Frau, die Innerlichkeit gegen Welt setzt. Wilhelm gelangt zu Lothario, einem tätigen Gutsherrn, und erkennt in dessen Schwester Natalie die Amazone. Eine Turmgesellschaft um den Abbé hat Wilhelms Weg heimlich begleitet: Lehrbriefe, Prüfungen, die Einsicht, dass das Theater nur eine Stufe war. Mignon, herzkrank, stirbt, als Wilhelm und die tüchtige Therese sich küssen; der Harfner, in Wahrheit Augustin, Bruder einer »heiligen« Sperata und Vater Mignons aus inzestuöser Verbindung, geht zugrunde. Felix ist Wilhelms Sohn mit Mariane. Natalie wird Wilhelms Braut. Die Lehrjahre enden nicht mit der Vollendung, sondern mit der Freisprechung: Wilhelm darf ins Leben, die Wanderjahre stehen bevor.
Zwischen den Stationen stehen Lieder Mignons und des Harfners, Gespräche über den Beruf des Schauspielers, über Hamlet und über den Unterschied von Liebhaber und Kenner. Wilhelm hält sich lange für einen trefflichen Akteur und ist es nicht. Die Gesellschaft braucht ihn anders. Therese schreibt an Natalie, Wilhelms Lebensbeschreibung sei ein ewiges Suchen und Nichtfinden. Der Erzähler lässt diese Ironie stehen und macht aus dem Suchen kein Lehrstück mit Lösung.
Einordnung
Goethe verkündet mit Diderot und Voltaire das Recht des Bürgers auf allseitige Bildung und zersetzt es zugleich. Die Turmgesellschaft erzieht von oben, Mignon und der Harfner bleiben dem Bildungsweg fremd, das Theater als deutsche Nationalbühne wird geprüft und verworfen. Der Roman hat das Muster geliefert, nach dem das neunzehnte Jahrhundert Entwicklung erzählte, von den Romantikern, die Mignon liebten, bis zu späteren ironischen Gegenentwürfen. Neben den Wahlverwandtschaften ist er Goethes großer Prosaversuch über Gesellschaft, nicht nur über Seele.
Schiller begleitete die Entstehung mit Briefen. Die Zeitgenossen stritten über Länge, über das sechste Buch, über den kühlen Schluss. Wer nach 1796 Bildung als Weg durch Irrtum erzählt, erzählt hinter Wilhelm, auch dann, wenn er die Turmgesellschaft für eine Zumutung hält. Die Lieder haben ein Eigenleben geführt. Der Roman bleibt das Ganze, in dem sie Trauer sind, nicht Schmuck.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
