Gerechtigkeit oder Das gute Leben

Martha Nussbaum · 1999 · Sachbuch, Philosophie
Philosophie Politik
Das Werk
Deutscher Titel: Gerechtigkeit oder Das gute Leben
Autor(en): Martha Nussbaum
Herausgeber: Herlinde Pauer-Studer
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1999
Schlagwörter: Fähigkeiten, Gerechtigkeit, Lebensform, Emotionen
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: edition suhrkamp
Umfang dieser Ausgabe: 320 Seiten
ISBN: 9783518117392
Verweise


Gerechtigkeit oder Das gute Leben ist der 1999 bei Suhrkamp erschienene, von Herlinde Pauer-Studer zusammengestellte Band mit Aufsätzen von Martha Nussbaum. Er bindet die politische Gerechtigkeit an eine Lehre vom gelingenden Leben: nicht an den Nutzen, nicht an das nackte Recht, sondern an Fähigkeiten, ohne die ein menschliches Leben misslingt.

Inhalt

Nussbaum geht von Aristoteles aus und trifft Amartya Sen in der Mitte. Gerechtigkeit misst sich nicht am Einkommen allein und nicht an der formalen Freiheit, Verträge zu schließen. Sie misst sich daran, was Menschen wirklich tun und sein können: essen, gesund bleiben, lernen, politisch sprechen, ohne Scham auftreten, Bindungen eingehen, die eigene Sinne brauchen. Die Liste ist umstritten, weil sie inhaltlich ist. Nussbaum hält sie für dünn genug, um unter verschiedenen Lebenslehren zu gelten, und für dick genug, um Hunger, Analphabetismus und die Lage von Frauen nicht als Privatsache abzutun. John Rawls’ Grundgüter erscheinen ihr zu abstrakt, wo Körper, Pflege und Scham entscheiden.

Die Emotionen gehören zur Urteilsbildung, nicht als Störung der Vernunft. Mitleid, Scham, Empörung, Liebe sind Weisen, in denen das Gute und das Verletzbare erscheinen. Eine Gerechtigkeitstheorie, die sie streicht, versteht weder die Tragödie noch das Recht, das Opfer ernst nimmt. Nussbaum schreibt gegen den Utilitarismus, der Leiden verrechnet, und gegen eine Deontologie, die das Gute zur Privatsache erklärt, damit die Fairness rein bleibt. Der politische Liberalismus soll bleiben, aber an globale Armut, Behinderung und Geschlechterverhältnis anschlussfähig werden. Die Aufsätze sind einzeln entstanden; der Band macht daraus eine deutsche Adresse, keine amerikanische Monographie mit diesem Titel.

Unsicher ist der Status der Liste: Wer setzt sie, wer ändert sie, wie westlich ist sie? Die Kritik hat Paternalismus gerufen, wo Nussbaum Schwellen setzt, unterhalb derer von Freiheit nicht die Rede sein soll. Wer den Band nur als Gegnerschaft zu Rawls liest, verfehlt, dass sie seinen Liberalismus umbauen will. Wer nur Aristoteles hört, verfehlt Sen und das Verfassungsdenken. Der Ton ist klar, beispielnah, oft rechtlich, ohne den Jargon der Fähigkeitendebatte zum Schmuck zu machen. Das gute Leben ist hier kein Geschmack; es ist der Maßstab, an dem Institutionen scheitern können.

Einordnung

Neben Eine Theorie der Gerechtigkeit und Politischer Liberalismus steht dieser Band als die aristotelische Korrektur: Gerechtigkeit ohne Lehre vom Guten bleibt blind für Hunger und Scham. Sens Ökonomie für den Menschen ist der ökonomische Nachbar, MacIntyres Der Verlust der Tugend der tugendethische, der Gemeinschaft dicker will. Wer nach 1999 über Gerechtigkeit spricht, als träfe sie nur die Verteilung von Gütern, hat diese Liste nicht geprüft.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.