Fidei Depositum
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Fidei Depositum |
| Autor(en): | Johannes Paul II. |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Oldenbourg |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1992 |
| Seitenanzahl: | 8 Seiten |
| Originaltitel: | Fidei depositum |
| Originalsprache: | lateinisch |
| ISBN-10: | 3486559990 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783486559996 |
| Schlagwörter: | Katechismus, Glaube, Konzil, Lehramt |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Rezensionen | |
Fidei Depositum („Das hinterlegte Glaubensgut“) ist die apostolische Konstitution vom 11. Oktober 1992, mit der Papst Johannes Paul II. den Katechismus der katholischen Kirche in Kraft setzte und Ausführungsbestimmungen erließ. Der Text ist kurz, lehramtlich und feierlich; deutsche Leser finden ihn in der Regel am Beginn der Katechismusausgabe, deren erste deutsche Drucklegung 1993 bei Oldenbourg erschien. Die Konstitution stellt den Katechismus in die Nachfolge des Zweiten Vatikanischen Konzils, das Johannes XXIII. dreißig Jahre zuvor eröffnet hatte, und macht ihn zur verbindlichen Darlegung des Glaubens und der katholischen Lehre, bezeugt von Schrift, apostolischer Überlieferung und Lehramt. Örtliche Katechismen soll er nicht ersetzen, sondern als Maßstab stützen.
Inhalt
Johannes Paul II. schreibt gegen die Zersplitterung der Unterweisung nach dem Konzil. Die außerordentliche Bischofssynode von 1985, von ihm einberufen, hatte einmütig ein Kompendium der ganzen Glaubens- und Sittenlehre verlangt: biblisch, liturgisch, rechtgläubig und dem heutigen Leben angepasst, als Bezugspunkt für regionale Katechismen. Die Konstitution erzählt die Einsetzung einer Kommission aus zwölf Kardinälen und Bischöfen im Jahr 1986, geleitet von Joseph Ratzinger und gestützt auf Fachleute der Theologie und Katechese. Der Papst approbierte den Text am 25. Juni 1992 und veröffentlicht ihn kraft seines Amtes. Der Katechismus erscheint als Anschlusswerk an das Konzil, nicht als dessen Korrektur.
Der Leitsatz ist pastoral und hierarchisch zugleich. Der Weltkatechismus soll ermuntern, neue örtliche Katechismen zu schreiben, die den Kulturen Rechnung tragen und doch die Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Kirche wahren. Er ist für Bischöfe, Verfasser und Katecheten bestimmt, nicht als Andachtsbuch der Laien zuerst gedacht. Die Anordnung des Inhalts – Bekenntnis, Sakramente, Leben in Christus, Gebet – wird als Anforderungskatalog genannt, nicht im Einzelnen entfaltet; das bleibt dem Katechismus selbst vorbehalten. Die Konstitution bindet die vier Teile an Schrift und Tradition und beansprucht Authentizität für die ganze Kirche.
Unsicher ist, was „dem heutigen Leben angepasst“ neben „rechter Lehre“ heißen soll. Die Formel hält den Konflikt fest, ohne ihn zu entscheiden: Das Konzil hatte die Sprache der Zeit verlangt, die Kommission unter Ratzinger die Kontinuität. Der Ton ist der päpstlicher Erlasse, reich an Rückverweisen, arm an Beispielen. Gegenpositionen – dass ein Weltkatechismus die Ortskirchen entmündigt oder hinter das Offenbarungsverständnis von Dei Verbum zurückfällt – kommen in diesem Text nicht vor; sie gehören in die Rezeption des Katechismus. Fidei Depositum ist der Schlüssel, nicht das Haus. Ohne sie wäre der Katechismus ein Buch unter Büchern; mit ihr ist er promulgierte Lehre.
Einordnung
Seit dem Catechismus Romanus von 1566 hatte keine römische Gesamtdarstellung vergleichbaren Rang beansprucht; die Konstitution stellt diesen Anspruch wieder her. Sie ist Kind des Konzilsjubiläums und der Restauration in einem: Sie zitiert 1985 und Johannes XXIII. und übergibt die Ausführung einer Kommission, deren Vorsitz den späteren Benedikt XVI. trägt. Nachbarschaft hat der Text zum Katechismus der katholischen Kirche, den er in Kraft setzt, und zu den reformatorischen Katechismen, gegen deren Vielfalt Rom hier wieder eine Weltformel setzt. In den Gemeinden wurde die Konstitution selten für sich gelesen; sie wirkt als Siegel.
Das Missverständnis liegt darin, Fidei Depositum für den Katechismus selbst zu halten oder für eine belanglose Vorrede. Sie entscheidet über Rang, Adressaten und das Verhältnis von Weltkirche und Ort. Wer den Katechismus nur als Pastoralhilfe nimmt, überliest den lehramtlichen Akt. Wer ihn nur als Machtwort nimmt, überliest den Auftrag, örtliche Katechismen nicht zu ersticken. Geblieben ist der 11. Oktober 1992 als Datum, an dem die nachkonziliare Kirche sich ein gemeinsames Lehrbuch gab – und der Streit, ob dieses Buch heilt oder bindet.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
