Die Welt steht kopf

Christopher Hill · 1972 · Sachbuch, Geschichte
Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Die Welt steht kopf
Autor(en): Christopher Hill
Originaltitel: The World Turned Upside Down. Radical Ideas During the English Revolution
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1972
Schlagwörter: Levellers, Diggers, englische Revolution, Radikalität
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Wagenbach


Umfang dieser Ausgabe: 351 Seiten
ISBN: 9780140137323
Verweise


Die Welt steht kopf ist der deutsche Titel, unter dem Christopher Hills 1972 erschienenes Buch The World Turned Upside Down hier geführt wird: eine Geschichte der radikalen Ideen in der englischen Revolution, von den Levellers und Diggers bis zu Ranters, Seekers und frühen Quäkern. Hill, Meister von Balliol, Marxist der britischen Historikergruppe, erzählt den Bürgerkrieg nicht vom Parlament und nicht vom König, sondern von unten – von Leuten, die das Evangelium und die Gemeine so lasen, als stünde die Schöpfung zur Neuverteilung an. Eine vollständige deutsche Ausgabe des Bandes fehlt; Wagenbach hat andere Schriften Hills verlegt.

Inhalt

Die Welt steht kopf, weil in den vierziger Jahren des 17. Jahrhunderts die Zensur bricht, die Kirche spaltet und gewöhnliche Männer und Frauen das Wort ergreifen, das ihnen die Kanzel verboten hatte. Hill führt durch Flugschriften, Predigten, Gerichtsakten: die Levellers, die das Volk als Träger des Rechts denken; Gerrard Winstanley und die Diggers, die das Land gemein machen wollen; die Ranters, die Sünde und Eigentum zugleich verhöhnen; die Quäker, die den Hut aufbehalten vor jeder Obrigkeit. Es ist keine Sektenkunde. Hill bindet die Ideen an Meisterlosigkeit, Wanderarbeit, an die Stadt, an den Zusammenbruch der alten Kirche – an Lagen, in denen Radikalität nicht Sonderbarkeit ist, sondern eine Sprache für Hunger und Hoffnung.

Milton und Bunyan stehen am Rand dieser Volksunruhe als die großen Stimmen, die sie in Literatur übersetzen, ohne sie zu ersetzen. Hill nimmt die religiöse Sprache ernst: Wer den Antichrist in Westminster sieht, redet Politik. Wer das Paradies auf die Allmende holt, redet Eigentum. Die Niederlage kommt schnell. Restoration, Zensur, die Spaltung der Radikalen, die Angst des besitzenden Puritaners vor den Besitzlosen: die Welt wird wieder auf die Füße gestellt, und die Füße sind die des Gentry. Hill schreibt die verlorene Möglichkeit, nicht die Erfolgsgeschichte des Whig. 1649 hätte anders ausgehen können; dass es nicht so kam, erklärt er aus Klasse, nicht aus einem Wesen der Engländer, das Mäßigung heißt.

Unsicher ist die Wärme. Hill liebt seine Radikalen, und die spätere Forschung hat manchen Ranter als Konstruktion, manchen Leveller als engeren Klub gelesen, als Hill wollte. Die marxistische Bahn – bürgerliche Revolution, die über ihr Ziel hinausschießt – trägt das Buch und begrenzt es. Dennoch bleibt es das Werk, das die englische Revolution als europäischen Umbruch lesbar gemacht hat, nicht als Verfassungsstreit der Besseren. Wer nur Cromwell und das Parlament kennt, hat die Gasse nicht gesehen, in der das Reich Christi und das Gemeine Land dasselbe zu sein schienen. Der Titel stammt aus einem Lied; Hill hat ihn wörtlich genommen.

Einordnung

Mit diesem Buch ist die Geschichte von unten für das 17. Jahrhundert kanonisch geworden. Es steht neben Hobsbawms Das Zeitalter der Revolution als englisches Vorspiel der Doppelrevolution und hat den Bürgerkrieg aus der Whig-Erzählung geholt. Die Kritik hat Hill romantisiert gefunden; die Zunft hat seine Namen behalten. Wer Radikalität nur als Randerscheinung der englischen Freiheit kennt, liest hier die Jahre, in denen sie Mitte war.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.