Das Zeitalter der Revolution

Eric Hobsbawm · 1962 · Sachbuch, Geschichte
Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Das Zeitalter der Revolution
Autor(en): Eric Hobsbawm
Originaltitel: The Age of Revolution. Europe 1789–1848
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1962
Schlagwörter: Doppelrevolution, Bürgertum, Industrie, 1848
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Kindler


Umfang dieser Ausgabe: 420 Seiten
ISBN: 9783463137151
Verweise


Das Zeitalter der Revolution ist der in der Bookpedia gebräuchliche Titel für Eric Hobsbawms 1962 erschienenes Buch The Age of Revolution; die erste deutsche Ausgabe hieß Europäische Revolutionen 1789–1848 (Kindler). Es eröffnet die Trilogie über das lange 19. Jahrhundert: die politische Revolution Frankreichs und die industrielle Englands greifen ineinander und machen die Welt des Bürgertums. Hobsbawm schreibt marxistisch und lesbar; die Klasse ist das Gerüst, nicht die Predigt.

Inhalt

Zwei Umwälzungen, nicht eine. In Frankreich wird die Herrschaft der Privilegien rechtlich zerbrochen; in England wird die Produktion zur Maschine, die Menschen aus der alten Ordnung reißt, ohne ihnen sogleich Rechte zu geben. Hobsbawm nennt das die Doppelrevolution und behauptet, dass erst beide zusammen das 19. Jahrhundert erklären: ohne Dampf keine bourgeoise Weltwirtschaft, ohne 1789 keine Sprache, in der sich diese Welt als Fortschritt feiern und als Unrecht anklagen lässt. Die Kapitel führen durch Krieg, Frieden, Nationalismus, Landfrage, die Karriere, die den Talentierten offenstehen soll, die arbeitenden Massen, Religion und weltliche Ideologie, Künste und Wissenschaften, bis an die Schwelle von 1848.

Das Bürgertum ist der Gewinner, der sich selbst nicht ganz versteht. Es will Freiheit des Eigentums und Ordnung der Straße, Nation und Markt, und es erzeugt die Arbeiter, die beides gegen es wenden werden. Hobsbawm nimmt 1848 ernst als europäische Krise, in der die Logik der Doppelrevolution politisch wird und scheitert: die Arbeiter zu schwach, das Bürgertum zu ängstlich, die alten Mächte noch einmal im Vorteil. Der Ton ist kühl, oft witzig, ohne die Toten der Kriege und der Fabriken zu vergessen. Kolonien und die Welt außerhalb Europas kommen vor, bleiben aber oft der Horizont, vor dem Europa sich umbaut. Die Stärke liegt im Zusammenhang: wer nur die Bastille kennt, versteht die Spinnmaschine nicht, und umgekehrt.

Unsicher ist die Eleganz der Zweiheit. Frankreich war auch industriell, England auch politisch; andere Länder folgen anderen Takten. Der Marxismus liefert Hobsbawm die Frage nach Klasse und Umbruch, nicht die Erlaubnis, Fakten zu biegen; wo die Sowjetunion später sein Urteil trübte, ist dieses Frühwerk noch die Analyse einer Epoche, die er nicht rechtfertigen muss. Neben Das Zeitalter der Extreme ist dies der Auftakt: das lange Jahrhundert, ohne das das kurze nicht zu denken ist. Wer 1789 nur als Ideenkennt, trifft hier die Fabrik; wer die Industrie nur als Technik kennt, trifft die Revolution, die ihr das Recht und den Widerstand lieferte.

Einordnung

Das Buch hat der Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts das Muster der Doppelrevolution gegeben, das Seminare seither abwandeln, selten ersetzen. Es steht am Beginn der Trilogie, die Kapital und Imperium fortsetzen, und hat den Marxismus als Erzählton gerettet, wo andere ihn als Dogma verloren. Wer das bürgerliche Zeitalter nur als Liberalisierung liest, hat diese Rechnung nicht aufgemacht: Freiheit und Ausbeutung als Zwillinge derselben Jahrzehnte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.